Samstagmorgen, 10. Dezember, Lindenplatz Wettingen. 60 Personen folgen den Instruktionen von Roland Michel, dem Parteipräsidenten der CVP Wettingen. Der diesjährige „Tatort Wettingen“ steht ganz im Zeichen der Wasserversorgung.

Mit dem Car führt der Weg zur ersten Station, die allerdings nur am Rand mit Wasser zu tun hat: Zum Weingut von Meinrad Steimer an der Rebbergstrasse. Nach dem Genuss eines feinen Apéro-Weines führt die abenteuerliche Fahrt mit dem Car weiter entlang der Mooshaldenstrasse, im Volksmund auch Grüeziweg genannt, bis zum Reservoir Scharten 1. Vor Ort erfolgen detaillierte Ausführungen von Gemeinderat Roland Kuster und Brunnenmeister Laurant Huelin, zur Wasserversorgung und den dafür notwendigen Bauwerken. Die faszinierenden Blicke in die Reservoir-Kaverne lässt manchen staunen über die gewaltigen Bauwerke im Lägernhang, welche den täglichen Wasserbedarf der Gemeinde abdecken. Gleich anschliessend führt die Tour weiter zum Reservoir Scharten 2. Die beiden Reservoire werden nach Inbetriebnahme des neuen Reservoirs Birch im Januar 2017 ausser Betrieb genommen. Für die zukünftige Nutzung kursieren unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die abenteuerlichsten Ideen: Pilzzucht-Keller, Parteilokal für die CVP Wettingen, Turnhalle oder gar ein Kinosaal. Tatsächlich aber werden die Bauwerke bis ca. 2m unter dem Terrain abgebrochen und zugeschüttet, damit die Flächen wieder vollständig der Natur überlassen werden können. Das dritte Reservoir in diesem Gebiet ist Scharten 3. Um dieses zu erreichen, ist ein langer Stollen zu durchschreiten, bis das eigentliche Wasserbecken erreicht wird. Eine 90m langes Volumen schiebt sich in den Hang und fasst 4000m3 Wasser. Ursprünglich war geplant, an dieser Stelle einen zweite Kaverne in die Lägern zu treiben. Dadurch wäre aber ein standortbedingtes Risiko entstanden, da sich das gesamte Wasservolumen der Gemeinde an einem Ort konzentriert hätte.

Die Weiterfahrt mit dem Car über die Mooshaldenstrasse bis zum Neubau des Reservoir Birch verlangt vom Chauffeur Peter Meier einiges an Fingerspitzengefühl und fahrerischem Können. Wo manch einer bereits mit einem normalen Auto ins Schwitzen kommt, zirkelte er das Ungetüm mit unglaublicher Präzision durch das enge Strässchen. Von der erhöhten Perspektive aus dem Car hat wohl noch niemand zuvor auf Wettingen runtergeschaut.

Die letzte Station auf dem Tatort-Weg befasst sich mit dem Neubau des Reservoir Birch. Von aussen ist von diesem riesigen unterirdischen Gebäude kaum etwas zu erkennen. Lediglich ein kleines, mit Steinkörben verkleidetes Zugangshäuschen verrät das darunterliegende Volumen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die einmalige Gelegenheit, direkt in die beiden Reservoirbecken zu steigen. Die Ausmasse sind gewaltig! Die beiden Becken fassen je 2000m3 und werden durch Quellwasser und Grundwasser gespiesen.

Ein weiteres Puzzleteil in der Wasserversorgung von Wettingen sind die Quellfassungen, welche 20 Prozent am Trinkwasser ausmachen. Vor der Quellensanierung betrug dieser Wert lediglich 15 Prozent. Die Mutigen unter den Teilnehmern nehmen die Gelegenheit war, in die Brunnenstube neben dem Reservoir Birch, 4m unter die Oberfläche abzusteigen und sich von der einwandfreien Qualität des Quellwassers zu überzeugen.

Der Abschluss des „Tatortes Wettingen“ bildete der gesellschaftliche Teil auf dem Ziegelhof von Andreas Benz. Bei einem Glas Wein oder einem Lägerebräu und einer feinen Wurst vom Grill waren sich alle einig: Die Gemeinde Wettingen unternimmt alles, um auch in Zukunft der Bevölkerung einwandfreies Wasser bieten zu können. Dank dem Blick hinter die Kulissen wurde manchen wieder klar, welcher enorme Aufwand dafür notwendig ist.

Die CVP Wettingen wird auch im kommenden Jahr einen Tatort durchführen um allen Interessierten wieder einen Blick auf spannende Projekte in der Gemeinde zu ermöglichen.

Markus Zoller, Vorstand CVP Wettingen