Bremgarten (AG)

Studienreise in die Gedenkstätte des KZ Dachau

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Geschichte dort zu erfahren, wo sie auf traurigste und tragischste Art und Weise stattfand, bewegt, prägt und berührt. Es ist dann, wenn Geschichte lebendig wird, auch wenn sie längst vergangen scheint.

Dies war der Fall bei der dreitägigen Studienreise der zwei 4. Sekundarklassen von Stefan Dietrich und Matthias Lüthy in die Gedenkstätte des KZ Dachau bei München. Vor Ort wurden die Schüler-/innen von Geschichtslehrern des Max Mannheimer Institutes pädagogisch begleitet. Nebst gut aufbereiteten Aufgaben über die Hintergründe des KZ, folgte am zweiten Tag eine qualitativ hochwertige Führung durch den Ort des Schreckens. Viele Schüler/innen äusserten sich überrascht zur Grösse des Gebietes. Denn dieses beinhaltete nicht nur die Gedenkstätte u.a. mit Appellplatz, Krematorium und Markierung der 34 Barackenstandorte, wobei zwei zur Besichtigung wiedererrichtet wurden, sondern auch Originalbauten des ehemaligen SS-Geländes und Fabriken, in den die Häftlinge zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Dachau ist zudem besonders interessant, da es als erstes Konzentrationslager errichtet wurde und somit exemplarisch für die weiteren 26 war. Ab 1933 diente es als Gefängnis für politische Gegner und mit zunehmender Kriegsdauer entwickelte es sich zu einem Zwangsarbeitslager, wo das Regime Häftlinge zur Herstellung von Rüstungsgütern forcierte. Die systematische“ Vernichtung durch Arbeit“ und die widrigsten Bedingungen führte schliesslich zum rapiden Anstieg der Todeszahlen in Dachau. War das KZ ursprünglich für 6000 Inhaftierte gedacht, so fanden die Amerikaner bei der Befreiung schliesslich rund 35´000 vor. Diese Tatsache, dass das Lager masslos überfüllt war, beschäftigte die Schüler/-innen. In den Rückmeldungen vermerkten einige, dass ihnen dies besonders deutlich bei den Schlafmöglichkeiten und Essensversorgung – beispielsweise wurde das Brot mit Sägemähl gestreckt – vor Augen geführt wurde. Ebenfalls vergessen die meisten Schüler-/innen das Bild der Brennöfen im originalerhaltenen Krematorium nicht mehr. Sowieso waren die brutalen Foltermassnahmen und willkürlichen Schikanen durch die SS ein Thema, das anschliessend für Diskussion sorgte. Man war der Meinung, dass eine solch systematische Vernichtung von Leben einen Tiefpunkt in der Menschheitsgeschichte darstellt und sich unter keinen Umständen wiederholen darf.

Rahel Germann

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