Völlig fertig! Die zweitägige Wanderung hatte denn Brugger Bezirksschülerinnen und -schülern der Klasse 3b alles abverlangt.

Die Klasse 3b der Bezirksschule Brugg begab sich am Montag, den 4. September 2017, auf die Schulreise ins Tessin. Schon früh mussten die Jugendlichen auf der Matte stehen, die Motivation blieb vorerst aus. Nach vier Stunden Fahrt kam die Klasse um 10.50 Uhr auf der Lukmanier Passhöhe an. Das Abenteuer hatte begonnen. Steil bergauf ging der Weg, durch und durch anstrengend. Mit einigen Verschnaufpausen und dem kühlen Wind im Rücken war der steinige Pfad jedoch gut zu meistern und der schwerste Teil war um 12.30 Uhr geschafft. Als das Weglein ein wenig abflachte, konnte die idyllische Berglandschaft bestaunt werden. Kurze Zeit später war die SAC Hütte Capanna Cadagno erreicht worden. Schnell waren die Zimmer von den erschöpften Schülerinnen und Schülern bezogen. In der Zeit bis zum Abendessen wurde laut gesungen und gelacht. Es gab Nudeln mit Pesto und ein himmlisches Schokoladenmousse zum Dessert. Bis zur Nachtruhe spielten die Jugendlichen Gesellschaftsspiele. Am nächsten Morgen wurden die Schüler um 7.45 Uhr von ihrem Klassenlehrer Markus Vogel aus den Federn geholt. Um 8.00 Uhr gab es dann Frühstück. „Die Kinder haben sich ruhig und angemessen verhalten“, teilte das Personal der SAC Hütte mit – eine Rückmeldung, über die sich die Klasse sehr freute. Nachdem die Zimmer geräumt worden und die Schüler in ihre warmen Kleider geschlüpfte waren, brachen sie um 9.00 Uhr auf. Bereits nach den ersten Metern gab es eine freudige Begegnung mit zwei Murmeltieren, welche ihren Kopf aus der Erde streckten. Die Stimmung hatte ihren goldigen Höhepunkt schon am Morgen erreicht. Die Wanderung des zweiten Tages war länger als jene am ersten, dafür spielte das Wetter besser mit, die Sonne lächelte den Reisenden ins Gesicht. Die Mittagspause wurde am bezaubernden in Türkis strahlenden Ritomsee genossen. Zum Erstaunen einiger wollten gewisse schnellst möglich weiterziehen – um an Internet zu gelangen! Während fast 24 Stunden waren sie ohne Empfang gewesen – der Internetentzug fiel den „Digital Natives“ teilweise äusserst schwer. Der Abstieg von fast 2000 m.ü.M ging ganz schön in die Gelenke. Um den Weg etwas abzukürzen, liessen die Schülerinnen und Schüler ein paar Höhenmeter wegfallen, indem sie sich für eine Route entschieden, die selbst Herrn Vogel noch nicht bekannt gewesen war. Er warf also öfters einen Blick aufs Navi, welches sich einmal mehr als nützliche Errungenschaft der heutigen Zeit erwies.

Mit Sonnencreme eingecremt und immer leichter bekleidet waren alle recht froh, als Herr Vogel nach hinten rief: „Nur noch 750 Meter bis zum Bahnhof!“ Dort angekommen hätte es wohl noch für den früheren Zug gereicht, denn die Schülerinnen und Schüler waren so schnell vorangekommen, dass sie über eine Stunde zu früh vor den Gleisen des Bahnhofs in Airolo standen. Zur Belohnung spendierte der grosszügige Herr Vogel allen ein Eis und überliess die letzte Stunde zur freien Gestaltung. Als der Zug um 15.46 Uhr eintraf, konnte man Erleichterung in den Gesichtern einiger Schüler erkennen. Als die Klasse um 18.41 Uhr in Brugg angekommen war, sahen alle sehr müde und mitgenommen aus. Die Klasse 3b hatte zwei vollkommene und schöne Tessiner Tage verbracht, welche sie noch mehr zusammengeschweisst haben.

Text: Sophie Wieser und Laura Isailovic