Wie das Leben und die Arbeitswelt untersteht die Schule einem laufenden Wandel. Es stehen Probleme an, die gelöst werden müssen. Mit dem Bildungskleeblatt wurden zwar wichtige Punkte diskutiert, doch für die Abstimmung war das Fuder zu voll.
Die grosse Mehrheit der Schweizer Stimmberechtigten begrüsste die Harmonisierung der Schulstrukturen. Der Kanton Aargau muss darin sein System in gewissen Punkten noch angleichen. Die CVP Bezirk Laufenburg unterstützt die vorgeschlagenen Änderungen in der Vernehmlassung und ist überzeugt, dass damit einem Teil der heutigen Probleme wirksam begegnet wird.
Mit einem obligatorischen, zweijährigen Kindergartenbesuch, der schon heute von 95% der Kinder besucht wird, ändern wir zur aktuellen Praxis nichts. Durch die Integration des Kindergartens in die Volkschule profitieren schon die Kindergartenkinder von den Angeboten der Volkschule (Heilpädagogik, Schulsozialarbeit, Unterstützungsmassnahmen im Einzelfall,...) Es bleibt auch möglich, durch einen Antrag der Eltern die Einschulung um ein Jahr zu verschieben.
Unsere dreigliedrig organisierte Oberstufe hat sich bewährt. Leider sind wir damit Exoten unter den Kantonen geworden und sollten angleichen, solange wir den Zeitpunkt noch selber bestimmen können. Die Primarschule erhöht sich auf sechs Jahre und wird damit ein Jahr verlängert. So können Schulen in kleineren Gemeinden sogar gestärkt werden, da wieder mehr SchülerInnen in der Gemeinde bleiben. Die Angleichung wird bei Wohnortswechseln weniger Schulverzögerungen verursachen. Die Dreigliedrigkeit bleibt bestehen und die Mindestzahl von Abteilungen an Oberstufenstandorten wird angepasst.
Sämtliche Schulstufen, und damit auch die Lehrpersonen, stehen heute vor sehr unterschiedlichen, schwierigen und neuen Herausforderungen. Besonders belasteten Schulen sollen aufgrund von Umfeldfaktoren automatisch Zusatzlektionen zur Verfügung gestellt werden. Weitere Entlastungen werden befristete Assistenzen bei schwierigen Klassensituationen an Real- und Sekundarschulen bringen. Eine vorübergehende Schulung von Jugendlichen in regionalen Spezialklassen muss möglich werden, wenn die pädagogischen und disziplinarischen Massnahmen ausgeschöpft sind.
Mit den verschiedenen Anpassungen hofft man, auch die Berufszufriedenheit der Lehrkräfte zu verbessern.
Es geht für die Volksschule Aargau in die richtige Richtung. Es bleiben aber noch viele ungelöste Punkte. Die Realschule bleibt weiter eine Restschule und der Stellenwert der Sekundarschule wird ohne Förderung der Durchlässigkeit nicht gestärkt. Es braucht also weitere Reformschritte. Mit der Separierung in Sonderklassen und Assistenzen für Lehrpersonen können die grundsätzlichen Probleme nicht gelöst werden.
Leider wird für die Vernehmlassung und den politischen Prozess im Grossen Rat viel Zeit vorgesehen. Damit bleibt nach der Volksabstimmung im Jahre 2012 wenig Zeit, die Strukturänderungen in allen Gemeinden richtig vorzubereiten und die Schulräume zur Verfügung zu stellen. Eine Verschiebung des Umstellungsdatums für die Schulstrukturänderung (2 Jahre Kindergarten, 6 Jahre Primarschule, 3 Jahre Oberstufe) um ein Jahr auf das Schuljahr 2014/15 wäre durchaus möglich, solange die anderen nötigen Änderungen schon 2013/14 eingeführt werden. (ali)