Die aarReha lud am 29. September 2016 zur 16. Auflage des Schinznacher roundTable. Rund 75 Gäste sind der Einladung gefolgt und haben sich mit Fragen rund um die Digi-talisierung im Gesundheitswesen auseinandergesetzt. Das eindrückliche Einstiegsrefe-rat wurde von Frau Prof. Dr. Andrea Belliger, Leitung Institut für Kommunikation und Führung, Luzern, gehalten.

Digitalisierung ist nicht so sehr ein techno-logisches Thema, als vielmehr ein gesell-schaftlicher Transformationsprozess, der Entwicklungsschritt nämlich von Systemen zu Netzwerken. Dies eine der Kernbot-schaften von Prof. Dr. Andrea Belliger. Netzwerke haben ihre eigenen Wert und Normen. Sie geben keine fixen Rollen und Funktionen vor, sind offen und durchlässig, nichthierarchisch und selbstorganisierend. Und damit das pure Gegenteil von klassi-schen Organisationen im Gesundheitswesen. Wahrscheinlich mit ein Grund, weshalb das Gesundheitswesen im Bereich der Digitalisierung nach wie vor keinen Spitzenplatz ein-nimmt.
Bemerkenswert ist aber auch, dass die Spitäler und Kliniken innerhalb ihrer Systeme die Digitalisierung durchaus vorangetrieben haben und elektronische Patientendossiers heute Standard sind. Probleme bereitet der elektronische Datenaustausch über die eigenen Sys-temgrenzen hinweg, d.h. mit andern Leistungsanbietern. Hier werden die Daten nach wie vor überwiegend über analoge Medien ausgetauscht und besteht ein grosses Entwicklungs-potential.

Ermutigend sind in diesem Zusammenhang Pilotprojekte, welche z.B. zwischen dem Kan-tonsspital Baden und mehreren Aargauer Rehakliniken im Bereich des standardisierten elektronischen Datenaustausches laufen. Die Projekte zeigen einerseits, dass der digitale Datenaustausch durchaus möglich und umsetzbar ist und andererseits, dass bottom-up-Entwicklungen auch im Bereich der Digitalisierung oft schneller und erfolgversprechender sind als top-down-Ansätze.