Am Samstag des 2. Adventwochenendes trafen sich zwei Dutzend Oberfreiämter Naturfreunde unter der grossen Uhr im Hauptbahnhof Zürich, wo gleich daneben der Weihnachtsmarkt stattfand. Um dem Menschengewirr zu entgehen, war der erste Halt die Wiese mit dem Pestalozzidenkmal, das letzte unbebaute Grundstück an der Bahnhofstrasse, der teuersten Shoppingmeile Europas. Warum es Ende des 19. Jahrhunderts niemand haben wollte, hat einen makaberen Grund. Es war die Richtstätte Zürichs. Der blutige Boden würde nur Unglück bringen, so die Meinung der damaligen Kaufleute.

Unter der neuen Weihnachtsbeleuchtung der Bahnhostrasse hindurch, vorbei an verschiedenen Weihnachtsständen, begleitet von einem fachkundigen Stadtführer, gelangte die Schar durch Zürichs Altstadtgassen, an schön beleuchteten, historischen Zunfthäusern vorbei hinunter zur Limmat. Kurz vor sieben Uhr bestiegen die Stadtwanderer den St. Peters-Turm, hinauf ins ehemalige Turmwächterzimmer, mit einem einmaligen Blick über das Lichtermeer von Zürich. Worauf alle Zürcher stolz sind: Der St. Peter besitzt mit 8.64 m Durchmesser das grösste Kirchturmuhr-Ziffernblatt Europas. Wenn der grosse Zeiger eine Minute vorrückt, bewegt sich die Zeigerspitze um 46 cm. Dann konnte 19-Uhr-Läuten von der Besucherschar hautnah erlebt, und was das Gehör betrifft, erlitten werden.

Besuche von Kirchen, mehrerer Denkmäler und der Grossmünster-Umgebung, der Wiege der Schweizer-Reformation, römische Mauern im Untergrund des Lindenhofs waren weitere unverzichtbare Stationen. Auch ein Besuch im Eh-Graben, gemeint das Plumps-Klo-Gässchen im Niederdorf gehörte auch dazu.

Auch nicht zu vergessen: Bei einem gemeinsamen Nachtessen im Zunfthaus „zur Haue“ wurde der Hunger gestillt und die kalten Füsse aufgewärmt.