Spitex Gränichen erstmals mit Minusergebnis

..

Erstmals Minusergebnis und neues Vorstandsmitglied

Bei einem Gesamtaufwand von 925'000 Franken weist die Jahresrechnung der Spitex Gränichen für 2010 erstmals einen Verlust von rund 25'000 Franken aus. Besorgnis löst der wachsende Administrativaufwand aus.

An der Spitex-GV Gränichen passierten alle Traktanden diskussionslos und einstimmig. Mit herzlichem Applaus wurde Esther Laub nach vierjähriger Mitarbeit im Vorstand verabschiedet. Als Nachfolgerin wurde Regula Hächler gewählt. Im letzten Jahr betreute die Spitex 159 Patienten – etwas weniger als im Vorjahr. Der Kostendeckungsgrad von rund 70 % ist im Vergleich zu anderen Spitex-Organisationen akzeptabel. In seinen Erläuterungen zum Jahresbericht führte Vereinspräsident Bernhard Stamm an, dass die Vorgaben des neuen Pflegegesetzes zu einem merklich höheren, nicht verrechenbaren Administrationsaufwand in der Pflegedienstleitung, am Krankenbett, in der Hauswirtschaft und in der Verwaltung führen. Da auch zusätzliche Leistungen wie Nachteinsätze und Spezialdienstleistungen zu erbringen sind und weil mit der Einführung der Fallpauschalen (DRG) die Patienten immer früher aus den Spitälern entlassen werden, sind Verbundlösungen immer wichtiger. Um diese Anforderungen effizient zu lösen, ist Gränichen mit den Spitex-Organisationen Buchs und Suhr im Gespräch.

Rechnung 2010  und Budget 2011 wurden von Geschäftsführerin Bea Bertschi und Vorstandsmitglied Karin Stutz detailliert erläutert. Rund 85 % des Aufwands sind auf Lohnkosten zurückzuführen. Weil die Gehälter im Pflege- und Hauswirtschaftsbereich teils unter dem Lohnband liegen, werden sie sukzessive an die Usanz der umliegenden Spitex-Organisationen angepasst. Bernhard Stamm wand dem Gränicher Spitex-Team ein Kränzchen und betonte: „Es ist äusserst schwierig, motivierte Mitarbeiterinnen zu finden. Daher darf bei den Angestellten nicht gespart werden.“ Dieser Meinung war auch Stützpunktleiterin Maria Brand. 2010 habe es viele Neuerungen gegeben, die aber mit viel Elan angepackt worden seien. Unter anderem bildet die Spitex Gränichen seit letztem Herbst eine Lernende FAGE (Fachfrau Gesundheit) aus – ebenfalls eine Vorgabe des Gesundheitsgesetzes. Vom ehrenamtlichen Zustelldienst wurden im Rahmen des Mahlzeitendienstes 700 Mittagessen mehr als im Vorjahr frei Haus geliefert.

Der Mahlzeitendienst sei wichtig, damit ältere Leute möglichst lang selbstständig daheim leben könnten, erwähnte Beatrice Feusi von der Informationsstelle Alter Aarau, deren Dienste seit 2010 auch von Gränicher Einwohner beansprucht werden können. Kompetent erläuterte Feusi in ihrem Referat, wie die bestmöglichen Rahmenbedingungen für ein selbstverantwortliches, lebenswertes Leben geschaffen werden. Oft reichen kleine Alltagshilfen oder kreative Lösungen. Bei komplexeren Fragen verweist sie die Ratsuchenden an spezialisierte Anlauf- und Beratungstellen. Das Spektrum der Infostelle deckt viele Bereiche ab: von Fragen zur Alltags- und Lebensgestaltung über Wohnen, Finanzen, Gesundheit und Prävention bis zu Betreuung und Pflege bzw. Sterben und Tod.

Meistgesehen

Artboard 1