Spitex - ein attraktiver Ausbildungsort

Die Spitex will sich verstärkt in der Bildungslandschaft positionieren und präsentiert sich als attraktiver Ausbildungsort. Die Sicherstellung von genügend Ausbildungsplätzen im ganzen Kanton ist dabei ein zentrales Anliegen. An einer sehr gut besuchten Informationsveranstaltung in Aarau bot der Spitex Verband Aargau (SVAG) seinen Organisationen die Möglichkeit, verschiedene Modelle der Ausbildung kennen zu lernen. Die Spitex Organisationen von Aarau und Obersiggenthal sowie die Organisation der Arbeit (OdA) stellten ihre Ausbildungsmodelle vor. Ebenfalls vorgestellt wurde die Ausbildung der Pflegi Muri mit der Spitex Muri und Umgebung, welche als Praktikumsbetrieb agiert. Die rege benutzte Fragerunde zeigte die grosse Bereitschaft der Verantwortlichen , Fachpersonal auszubilden.

Pflegegesetz gibt Vorgaben

Bereits heute bieten viele Spitex-Organisationen Ausbildungsplätze für verschiedene Ausbildungen wie Fachmann/Fachfrau Gesundheit, Fachpraktika Höhere Fachschule und Nachholbildung an. Mit der Annahme des Pflegegesetzes am 23.9.2012 wurde im Kanton Aargau die Ausbildungsverpflichtung für nichtuniversitäre Gesundheitsberufe gesetzlich verankert. Diese gilt neu nicht nur für Spitäler und Pflegeheime, sondern auch für die Spitex-Organisationen. Mit einem Berechnungs-Tool wird die Anzahl der Auszubildenden aufgrund der Anzahl geleisteter Stunden nach Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) festgestellt. Mit einem Bonus-Malus System werden überdurchschnittliche Ausbildungsleistungen honoriert, soweit sie im eigenen Betrieb erbracht werden. Zu wenig Ausbildung wird mit einem Malus sanktioniert. Für die Berechnung von Bonus oder Malus gilt ein gleitender Dreijahresdurchschnitt. Die Ausbildungsverpflichtung tritt per 1.1.2013 in Kraft, es gilt jedoch eine Übergangsfrist. Die Ausbildungsleistungen werden ab 2013 überprüft, ab 2015 ist die volle Ausbildungsleistung zu erbringen. Das Departement Gesundheit und Soziales sorgt für die Umsetzung der Ausbildungsverpflichtungen.

Verbundlösungen - eine grosse Chance

Nicht alle Spitex Organisationen haben aufgrund ihrer Grösse und Struktur die Möglichkeit, alleine adäquate Ausbildungsplätze anzubieten. Bereits funktionierende Ausbildungsbetriebe wie z.B. die Spitex Aarau bieten Hilfe und die Möglichkeit von Verbundlösungen an. Auch die OdA bietet ein Modell an zur Unterstützung der Ausbildungstätigkeit der Spitex-Organisationen. Ebenfalls wertvoll kann eine Verbundlösung mit einem Alters- und Pflegeheim sein, wie dies z.B. in Muri oder Obersiggenthal praktiziert wird. Solche Modelle ermöglichen auch kleineren Organisationen ihre Ausbildungsverpflichtung auf allen Ebenen zu erfüllen.

Ausbildung ist Teamarbeit

Das Einholen von Kompetenzen bei Partnerorganisationen sowie der damit verbundene regelmässige Austausch fördert das Wissensmanagement und die fachliche Qualifikation nicht nur der Lernenden, sondern aller Mitarbeitenden eines Ausbildungsbetriebs. Ob in eigener Regie oder in Zusammenarbeit, Ausbilden bedeutet immer auch, dass die Bereitschaft des Gesamtteams da ist, die praktische Begleitung und anschliessende administrative Nachbearbeitung des Lernprozesses zu übernehmen. Das Erstellen eines eigenen oder in Zusammenarbeit mit Partner-Institutionen entstandenen Lernkonzepts ist unumgänglich und bietet die Grundlage für den Erfolg. Eine periodische Beurteilung mit Kompetenznachweis versteht sich dabei von selbst.

Ausbildung lohnt sich auch finanziell

Ein (ge)wichtiges Fazit der Veranstaltung war, dass ausbilden sich nicht nur inhaltlich, sondern auch in finanzieller Hinsicht lohnt. Berechnungen über den finanziellen Aufwand eines Ausbildungsplatzes zeigten deutlich, dass Lernende bereits während ihrer Ausbildung produktiv arbeiten und somit dem Betrieb nicht nur Kosten sondern auch Einnahmen entstehen. Es resultiert in etwa eine ausgeglichene Rechnung.

Genügend Lernende

Mit ihrer Bereitschaft Lernende auszubilden, stellen die Spitex-Organisationen Nachwuchskräfte für die Zukunft sicher. Es ist zu hoffen, dass durch ein grösseres Angebot an Ausbildungsplätzen bei der Spitex auch mehr Personal rekrutiert werden kann. Durch verstärkte Imagepflege und Information soll vermieden werden, dass wohl Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen, aber zu wenig Lernende gefunden werden können. (SVAG/Eg)

Mehr Informationen auf www.spitexag.ch