SP verabschiedet Resolution gegen Atom-Endlager am Bözberg

Kein Endlager am Bözberg! Unter diesem Motto organisierten die drei SP-Bezirksparteien Brugg, Laufenburg und Zurzach eine gemeinsame Begehung auf dem Bözberg. Ein Sternmarsch durch die winterlich verschneite Juralandschaft führte die zahlreichen Teilnehmenden zum Mahnfeuer beim Weiler Sennhütten.

Mit dem Treffen solle ein erstes Zeichen des Widerstands gesetzt werden, betonten die Initiantinnen. Anwesend waren auch Grossrätin und SP-Bezirkspräsidentin Rita Boeck, Grossrat Dieter Egli, verschiedene SP-Grossratskandidierende sowie Stadtrat Gregor Tomasi, Brugg, und Gemeinderat Markus Heim, Windisch.

Elisabeth Burgener, Gipf-Oberfrick, ging in ihrem Referat auf die Geschichte rund um die Verwendung von Atomenergie ein, bei der die Gefahren des radioaktiven Abfalls immer wieder heruntergespielt worden seien. Astrid Andermatt, Lengnau, wies auf die problematische Abhängigkeit unserer Region von der Atomindustrie hin. Sie forderte Wirtschaft und Politik auf, neue Erwerbsmöglichkeiten in Projekten mit erneuerbarer Energie zu schaffen. Rita Boeck stellte fest, dass nach dem massiven Widerstand in anderen Regionen nun die Bevölkerung im so genannt atomfreundlichen Aargau mit Steuererleichterungen und sonstigen Privilegien für ein Ja zu Endlagern gewonnen werden soll. Dagegen wehrt sich die SP vehement, denn unsere Region trägt schon jetzt sehr viele Lasten für die gesamte Energieversorgung der Schweiz.

Die gemeinsame Resolution „Kein Tiefenlager im Kanton Aargau!", verlangt denn auch einen definitiven Ausstieg aus der Atomenergie, bevor über Endlager entschieden werden kann. Dabei soll es um die geologisch bestmögliche Sicherheit gehen anstatt um politische Opportunität. Der Aargauer Regierungsrat wird aufgefordert, sich klar gegen ein Tiefenlager auszusprechen. Die Regionen „Bözberg" und „Nördlich Lägern" müssen als einmalig schöne Erholungsgebiete der Nachwelt erhalten bleiben.

Der Text der Resolution "Kein Tiefenlager im Aargau":

  • Der Kanton Aargau trägt mit drei Atomkraftwerken, dem Zwischenlager für radioaktive Abfälle, einer Sondermülldeponie und den Autobahnen schon hinreichend Lasten für die gesamte Schweiz, so dass Tiefenlager in unserem dicht besiedelten Gebiet nicht in Frage kommen.
  • Der Ausstieg aus der Atomenergie ist unabdingbar. Erst danach soll der Standort für ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle beschlossen werden. Die Kapazitäten der geologischen Lager dürfen einem Atomausbau nicht Tür und Tor öffnen und müssen strikt auf die Abfallentsorgung aus den fünf bestehenden AKWs begrenzt sein.
  • Die Sicherheit des Standortes muss oberste Priorität haben. Politische Machbarkeit hat hier nichts zu suchen. Auch ist es weder sachlich noch moralisch gerechtfertigt, wenn in potenziellen Standortgemeinden mit Abgeltungen und Steuererleichterungen der öffentlichen Meinungsbildung nachgeholfen wird.
  • Im Kanton Aargau muss endlich ein Massnahmenpaket zur erheblichen Erhöhung der Energieeffizienz und zur umfangreichen Förderung der erneuerbaren Energien umgesetzt werden. Die dafür notwendigen finanziellen Mittel sind bereitzustellen. * Der Regierungsrat des Kantons Aargau ist aufgefordert, endlich klar und unmissverständlich gegen Tiefenlager im Kanton Aargau Position zu beziehen!
  • Die Regionen „Bözberg" und „Nördliche Lägern" sind einmalige schöne Erholungsgebiete. Die Bezirke Brugg, Laufenburg und Zurzach haben ihren Beitrag an die Energieversorgung schon längst erfüllt. Diese Regionen müssen im jetzigen Zustand erhalten bleiben.

(Sennhütten, 18. Januar 2009, SP Bezirk Brugg, SP Bezirk Laufenburg, SP Bezirk Zurzach)

Weitere Informationen unter www.sp-brugg.ch.

Legende zum Bild: Auf dem Bözberg sprachen die SP-Grossrätinnen Rita Boeck, Brugg, Astrid Andermatt, Lengnau, und Elisabeth Burgener, Gipf-Oberfrick (v.l.n.r.)