Die Reformierte Kirchgemeinde Seon feierte am letzten Juli-Sonntag ihren schon zur Tradition gewordenen Sommergottesdienst als wetterbedingte Premiere im FC-Hüsli beim Hallenbad. So ein Regensonntagmorgen hat es in sich! Was am Samstag für den „schlimmsten Fall“ in Erwägung gezogen worden war, liess sich spontan und gut umsetzen:

Gottesdienst im FC-Hüsli!

Die Sonntagsgemeinde fand sich bei strömendem Regen zahlreich und generationenübergreifend ein. Etliche Gottesdienstbesucher hatten, wie sie erzählten, ihre Prioritäten neu gesetzt: Statt im See zu schwimmen oder in die Berge auszufliegen, stand jetzt der Badi-Gottesdienst auf dem Programm! Zudem hatten sich spontane Fahrgemeinschaften und Abholdienste gebildet. Auch Regenschirm-Wanderer trafen sich unterwegs. Alle hatten einen bequemen Sitzplatz gefunden und das Neuste vom Regenmorgen ausgetauscht, als der Gottesdienst um 10.30 Uhr begann. „Eure Rettung ist wirklich reine Gnade, und ihr empfangt sie allein durch den Glauben. Ihr selbst habt nichts dazu getan, sie ist Gottes Geschenk“. Mit diesem Eingangswort  begrüsste Pfarrer Jürg von Niederhäusern die Gemeinde.

Seiner fundierten, ermutigenden Predigt legte unser Pfarrer das Gleichnis vom Grossen Gastmahl zu Grunde. Eingeladensein ins Reich Gottes- damals, in biblischer Zeit- und heute! Das Gleichnis umgesetzt in unseren Alltag: Wir alle sind von Gott bedingungslos eingeladen! Die aktualisierten Ausreden hörten und sahen wir übrigens in Wort und Bild!

Eindrücklich! Aber: Wir dürfen die Einladung dankbar annehmen und ins Reich Gottes kommen. Alles ist bereit! Hier und jetzt und auch in Ewigkeit! Gottes Reich im biblischen Sinne ist dort, wo Gott regiert! Diejenigen gehören dazu, in deren Leben Gott das Zepter in der Hand hält, die Gott ernst nehmen, ihr Leben auf ihn ausrichten, also eine Beziehung zu ihm haben. Pfarrer Jürg von Niederhäusern schloss mit den verheissungsvollen Worten: „Wir sind von Gott gemacht und auf ihn hin angelegt. Darum ist diese Sehnsucht nach ihm in uns und darum sind wir heute hier! Fassen Sie neuen Mut und Vertrauen! Es lohnt sich. Gott erhört alle unsere Gebete, aber nicht sofort!“ Die ermutigenden Predigtgedanken nahm die Gemeinde auf mit dem Lied: „Gut, dass wir einander haben!“

Einfühlsam hatten Medea und André Wildemann (E-Piano und Cajon) und Pfarrer Jürg von Niederhäusern (Gitarre) die Gemeinde musikalisch durch den Gottesdienst begleitet. Anschliessend blieb man in froher Gemeinschaft beisammen und pflegte beim Mittagessen anregenden Gedankenaustausch, während sich draussen die Wolken lichteten und die Kinder fröhlich den Spielplatz eroberten. (msi)