Socken stricken, Suppenküche und Selbstverteidigung

Wanderausstellung der Gemeinnützigen Frauen ist in Gränichen zu sehen

WIR. MITTENDRIN., so heisst die Wanderausstellung, die seit 2008 durch die Schweiz reist, um an die verdienstvolle Geschichte und den heute noch unbestrittenen Nutzen der gemeinnützigen Frauenvereine zu erinnern. „Mittendrin" sind auch der 1856 gegründete Gemeinnützige Frauenverein Gränichen mit Regula Toscan als Präsidentin, die diese Wanderausstellung ins „Dorf zum Daheim sein" holten.
Zum Vernissage-Auftakt im Foyer des Gemeindehauses spielten die Musikschülerinnen von Brigitta Plüss eine lüpfige Blockflötenweisen mit dem Titel „Wir ziehen den Hut" - eine sinnige Hommage an all die Frauen, die sich seit 122 Jahren für das Allgemeinwohl in der Schweiz einsetzen. Eine Hommage aber auch an die Gastrednerin, Ständerätin Christine Egerszegi - man weiss, dass ihr nicht nur der SGF wichtig ist, sondern auch die Schulmusik. Sie freute sich sichtlich über die musikalische Referenz, die durch den Schülerchor von Karsten Schulz ergänzt wurde.
In ihrer Tour d'horizon streifte die Vollblutpolitikerin die Anfänge und die wertvolle Arbeit, die von der ältesten Schweizer Frauendachorganisation seit 1888 geleistet wird. Was mit Sockenstricken und Suppenküche angefangen hat, reicht heute bis zum Selbstverteidigungskursangebot für Schulmädchen und -buben. Pionierarbeit leistete der SGF bereits 1906, als er in Niederlenz eine Gartenbauschule eröffnete, damit die Mädchen einen Beruf erlernen konnten. Ein weiterer Meilenstein war das ebenfalls in Niederlenz angesiedelte Schneiderinnenlehratelier, das heute ModeElle-Couture heisst. In Albanien finanziert der SGF ein Lernzentrum, in dem Jugendliche eine Gastronomie- oder Schneiderinnen-Lehre machen können. Christine Egerszegi wies auf die elf Panels in der Ausstellung hin, die mit Bildern und knappen Informationen, das weite Tätigkeitsfeld des SGF umreissen. Sie erzählte auch über ihre eigenen Erfahrungen mit freiwilligen Engagements in ihrer Wohngemeinde. „Höchste Zeit, dass im ‚Jahr der Freiwilligen' endlich einmal darauf hingewiesen wird, was Organisationen wie der SGF mit ihrem tatkräftigen und grosszügigen finanziellen Engagement leisten. Was über so viele Jahre funktionierte, wird als selbstverständlich angesehen. Doch müsste der Staat dafür aufkommen, würde es ihn viele Millionen Franken kosten."
Die Wanderausstellung mit der spannenden Geschichte der Schweizerischen Gemeinnützigen Frauen ist während der Öffnungszeiten des Gemeindehauses Gränichen noch bis zum 31. Mai frei zugänglich. Am Samstag, 28. Mai sind Lernende der Gartenbauschule Niederlenz von 8 - 13 Uhr zu Gast und geben Einblicke in die verschiedenen Aspekte dieses kreativen Berufs.

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