Jazz in der Kirche – kann das gut gehen? So haben sich sicher viele gefragt und sind dem Anlass ferngeblieben. Die aber, die da waren, konnten die Frage eindeutig mit Ja beantworten. Die Reformierte Kirche Oberentfelden jedenfalls eignet sich ideal für beschwingte Töne ohne Verstärkung und das Programm war durchaus einem Gotteshaus angemessen.

Die Small Town Kids lieben Jazz, spielen Jazz, Jazz in seinen verschiedensten Variationen, von den Anfängen in New Orleans bis zu moderneren Stilrichtungen, aber stets melodiös. Das besondere Augenmerk galt hier Spirituals und Gospel-Songs, welche Ruth Knaus mit ihrer exzellenten Stimme vorzutragen wusste. Ihr Mann Kniri Knaus, begeisterte an der Posaune, mit der “Schnörregyge“ und dem Örgeli. Viele kennen ihn aus den 70erJahren mit Pfuri, Gorps und Kniri. Der Sohn Jonas war ebenfalls in der Band an Klarinette, Piano und Bluesharp. Alexander Etter zeigte virtuos an der Trompete, wozu eine menschliche Lunge fähig ist. Jules Zimmerman liess am Bass die unentbehrlichen Tieftöne vernehmen und Erwin Bieri gab am Schlagzeug den Takt an. Alberto Tschümperlin schliesslich entlockte dem Banjo „lüpfige“ Töne.

Die Gospel-Songs bewegten das Herz und liessen Manchem Gänsehaut entstehen. Die Jazz- und Dixieland-Nummern brachten den einen oder andern Zuhörer in die Versuchung, sich zum Tanze zu erheben. Alles war im Fluss, mit scheinbarer Leichtigkeit wechselten die Spieler ihre Instrumente und brachten ältere und neuere, bekannte und unbekannte Stücke zum Klingen.

„WO nehmt ihr Bläser nur den vielen Pfuus her?“ fragte Peter Hediger von der Musikkommission am Schluss und beantwortete die Frage gleich selbst: „Atem, Hauch ist in den biblischen Sprachen dasselbe Wort wie Geist Gottes. Und den hat man heute gespürt.“

 Peter Hediger