An einem Podium haben Irène Kälin, National- und Ständeratskandidatin der Grünen sowie Martin Killias, SP-Nationalratskandidat, wurde die Situation der Erwerbstätigen über 50 besprochen.

Vor zahlreichem Publikum im Kosthaus der alten Hero in Lenzburg machten die zwei Politiker eine Bestandsaufnahme, die ernüchternd ausfiel: Die Arbeitslosenquote steigt mit dem Alter. Ältere haben, ähnlich wie ganz Junge, auf dem Arbeitsmarkt gegen viele Vorurteile anzukämpfen. „Alle möchten alt werden, aber niemand möchte es auf dem Arbeitsmarkt sein“, so Killias. Trotz jahrelanger Treue zum Betrieb werden sie oft durch jüngere ersetzt, die weniger kosten. Mit dem starken Franken verschärfe sich die Lage zusätzlich. Auch bestens Qualifizierte fänden ab 60 nur selten eine neue Stelle.

Irène Kälin und Martin Killias machten konkrete Vorschläge. So sollte verboten werden, bei Bewerbungen nach dem Alter zu fragen. Besonders Irène Kälin forderte auch einen weitgehenden Kündigungsschutz bei älteren Arbeitehmenden. Killias sah die Lösung bei Lohnbeiträgen für Firmen, die ältere Erwerbslose einstellen.

Einig waren sich Kälin und Killias, dass Fehlanreize (wie höhere Sozialabgaben ab 45) beseitigt werden müssen. Es dürfe nicht so sein, dass ältere mehr kosten als jüngere. Auch müsse bei Ausgesteuerten der Zwang, zuerst die Guthaben aus der zweiten Säule zu verbrauchen, beseitigt werden. Dafür würden sich beide Kandidiere einsetzen, sollten sie gewählt werden.