Obermuhen (Muhen)

Sich und andere neu sehen

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Sich und andere neu sehen

Der Vortrag des Frauenmorgens der reformierten Kirchgemeinde Muhen wurde im frühlingshaft dekorierten Kirchensaal  zum Thema „Sich und andere neu sehen" gehalten. Nach der Begrüssung durch Corinne Michel spielte Pfarrer Günther Franz zur Einstimmung auf einen harmonischen Vormittag Melodien von Franz Schubert.

Als Referentin hatte das Vorbereitungsteam Frau Lydia Bond eingeladen, Frau Bond war viele Jahre als Gemeindehelferin tätig. Zuerst stellt sich natürlich die Frage, warum es so wichtig ist, wie man sich selber sieht. Das Wohlergehen des Menschen hängt davon ab, welche Einstellung er zu sich selber hat. Wie sich bei Menschen, die nach langjähriger hochgradiger Sehbehinderung wieder sehen können, zum Beispiel durch eine Star-Operation, durch das wieder gewonnene Sehvermögen neue Welten auftun, so ist es auch beim „inneren" Auge. Wer mit sich selber im reinen ist, sich selber schätzt, der fühlt sich wohl. Und nur wer sich selber annimmt, kann auch andere annehmen, andere wertschätzen. Von der Zufriedenheit mit uns selber profitieren also auch unsere Mitmenschen. Nun ist es nicht weit zu der Erkenntnis: Wer sich selber nicht mag, ist ein Egoist, er kreist in Gedanken ständig um sich selber, wird zum Zentrum seines Universums. Oft kritisiert man Fehler an anderen, die man selber hat, um die anderen schlechter zu machen und sich selber dadurch besser zu fühlen.

Nun stellt sich die Frage, wie man sein Selbstwertgefühl heben kann. Gerade Frauen der älteren Generation tun sich oft schwer damit, sich selber positiv zu sehen, den eigenen Wert zu (er)kennen. Es gibt 3 Quellen, aus denen man positive Gedanken schöpfen kann. Zum einen, wie die Mitmenschen uns sehen. Wer von anderen geliebt und gelobt wird, kann sich selber besser annehmen. Zweitens ist da die Frage, wie man sich selber sieht. Frau Bond erzählte das Beispiel einer Frau, die sich einen Karton an den Schrank heftete, auf dem geschrieben stand, dass sie etwas wert ist, etwas kann. Auch wenn das Gefühl einem sagt, dass man vieles nicht kann, der Weg zum höheren Selbstwertgefühl ist ein Kopfentscheid. Ganz bewusst täglich daran denken, was man wert ist, führt zum Ziel. Und die dritte Quelle ist das Wort Gottes. Gott geht barmherziger mit uns um als wir selber. „Ich bin ich, weil Du ja sagst, nicht zu allem, sondern trotz allem, zu mir." Sich dieser Wahrheit Gottes anzuschliessen, sie anzunehmen hilft zur Erkenntnis, dass wir wertvoll sind. Und damit können wir auch andere besser annehmen mit all ihren Eigenschaften in dem Bewusstsein, dass auch sie geliebt sind, angenommen von Gott.

Mit dem Gebet „Mich neu sehen lernen" von Antje Naegeli schloss Frau Bond diesen interessanten, mit vielen Beispielen aus dem täglichen Leben angereicherten Vortrag und wurde mit einem herzlichen Applaus der interessierten Zuhörerschaft belohnt.

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