Seit einigen Jahren unterstützt die reformierte Kirchgemeinde Möhlin ein Projekt des Hilfswerks der Evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS) zur Stärkung der lokalen Entwicklung im Senegal.
Um diese Arbeit der Gemeinde näher zu bringen, ist noch bis am Sonntag, 6. November eine Senegal-Ausstellung im reformierten Kirchgemeindesaal mit wunderschönen aktuellen Bildern aus Senegal und von verschiedenen HEKS-Projekten in diesem Land.
Der Arbeitsgruppe „Brot für alle", die diese Ausstellung zeigt, ist es gelungen, in der Person von Heidi Keita für die Ausstellungs-Vernissage die Fachfrau einladen zu können, welche für die HEKS-Projekte im Sengal verantwortlich ist und natürlich schon sehr oft in diesem Land war und immer wieder ist.
Sie stellte zuerst das Land Senegal im äussersten Westen Afrikas vor. Senegal umfasst circa 197'000 Quadratkilometer und zählt ca. 12'700'000 Einwohner, darunter sehr viele junge Menschen zählt.
Eine sehr Herausforderung für das Land ist die grosse Landflucht. Viele arbeitslose Menschen vom Land suchen ihr Glück in der Millionenstadt Dakar, oft ohne Erfolg, so dass in der senegalesischen Hauptstadt einerseits grosser Reichtum zu finden ist, geht man aber etwas weg vom Zentrum, springt einem die horrende Armut ins Auge.
Senegal ist zwar eine Demokratie, aber nach der Verfassung müsste der jetzige hochbetagte Präsident nach zwei Amtsdauern zurücktreten. Aber das will er nicht, sondern er versucht, eine Verfassungsänderung zu erreichen, dank der er eine dritte Amtsdauer in Angriff nehmen können. Aber bestimmt will die Mehrheit des Volkes das nicht, da er den Armen im Lande in seinen zwei Amtszeiten keine Verbesserung der Lebenssituation gebracht hat.
Senegal ist eines der ärmsten Länder der Welt. Im Land kommt es oft zu Stromunterbrüchen, was für kleinere Handwerksbetriebe verheerend ist. Als Folge kam es schon zu gewalttätigen Ausbrüchen.
HEKS (Hilfswek der Evangelischen Kirchen der Schweiz) versucht, den Menschen durch verschiedene Projekte mit einem jährlichen Betrag von 700'000 Franken zu helfen und zwar wie das HEKS immer macht, wo das möglich ist, als Hilfe zur Selbsthilfe. Die Verwendung des Geldes wird von einem einheimischen, also senegalesischen Koordinator betreut, einer Vertrauensperson des HEKS.
Ein wichtiges Projekt ist die Ausbildung von Hebammen für Frauen, die in abgelegenen, ländlichen Regionen leben, die gar nicht vom Verkehr erschlossen werden; oft sterben diese Frauen an Komplikationen, die mit fachlicher Hilfe behoben werden könnten.
Auch unterstützt HEKS die sehr arbeitsaufwändige Bekämpfung der Erosionen, z.B. durch Erstellung von Mäuerchen. Von Frauen geleitete Kooperativen erhalten Kredite, z.B. erhielt vor kurzem ein Frauenprojekt einen weiteren Kredit von 50'000 Franken, nachdem der erste Kredit von 10'000 Franken pünktlich und vollumfänglich zurückbezahlt worden war.
Wo ein Hilfswerk wie HEKS hingegen machtlos ist, ist die Tatsache, dass grosse Landstriche, die für die Ernährung der einheimischen Bevölkerung sehr wichtig wäre, an irgendwelche internationale Konzerne aus Saudiarabien oder den USA oder andern Ländern verkauft werden, wobei der Erlös in keiner Weise den Armen zukommt sondern ganz offensichtlich in die Taschen der ohnehin Reichen landen.

Nach dem rege benützten Frage- und Diskussionsteil des Abends wurden den Anwesenden feine salzige und süsse afrikanische Spezialitäten angeboten, die Frau Phyllis Suter mit viel Liebe zubereitet hatte.
Vielen Dank auch hierfür!

Mehr über die von HEKS unterstützen Projekt im Senegal: http://www.heks.ch/de/weltweit/senegal/