Selbst als Erwachsener ist ein erster Tag nach Ferien stets mit einem etwas flauen Gefühl verbunden, hatte man sich doch bereits nach einigen Tagen mit dem freieren Leben arrangiert und wird nun auf einen 'Schlag' wieder in ein anderes System eingebunden, welches man schon fast vergessen glaubte. Doch wir wissen: ziemlich schnell hat uns der Alltag wieder eingeholt...
Wie es da in einem Kind aussieht, welches zum ersten Mal in die Schul-Landschaft eintaucht, können wir nur erahnen. Meine Erinnerung daran ist jedenfalls ziemlich verblasst. Ich wage trotzdem einen Versuch:

Alles ist neu!
Das Haus, die Umgebung, die Ordnung, die Menschen, die Gerüche, vielleicht gar die Sprache...
Alles ist gross!
Vom eher kleinmassstäblichen Kindsgi geht's auf in die grosse Schule mit fast nur grösseren Menschen und 'unendlich' langen, scheinbar regungslosen Zeiten...
Vieles ist laut!
Das Pausenplatz-Geschrei, die hallenden, alten Korridore, die zuwenig durchlüfteten und zu warmen Klassenzimmer... einfach von Vielem etwas zu viel!
Vieles ist gemein!
Fast alles soll geteilt und mitgeteilt werden. Wo bleiben da private Zonen, Zeiten, um mal für sich etwas zu tun?

Das Willkommens-Ritual an der Schule Endingen, in welchem neben dem beherzt dargebotenen Willkommens-Gesang der arrivierten Schülerinnen und Schüler jedem Neuankömmling von anderen Kindern verschiedener Klassen ein schön bemalter und verzierter Topf, etwas Erde, zwei Samenkörner und Giesswasser überreicht wird, soll und wird, zusammen mit dem beeindruckenden Menschenspalier fast durchs ganze Schulhaus bis hin zum Klassenzimmer, den meisten von ihnen helfen, sich ziemlich schnell in dieser ach so neuen Welt willkommen zu fühlen und zurecht zu finden. Auf dass aus fast jedem dieser winzig kleinen Körner, in welchen schon so manches steckt, mit viel Zuwendung und Geduld mal ein starker, grosser Baum oder gerne auch eine zarte, kleine, fein duftende Blume werde!

Im Schulhaus Unterendingen begann der erste Schultag nach dem Sommerferien im Freien in der Arena vor dem Schulhaus. Da die Sonne am Himmel ihre Strahelen hinter den Wolken versteckte, begannen die Schülerinnen mit einem musikalischen „Sunne-strahl“ (einem rassigen Lied). Die neuen Erstklässler und die neuen Kindergartenkinder erhielten alle ein Geschenk und eine Blume zu ihrem Start in den neuen Lebensabschnitt. Durch das Spalier – gebildet aus den anderen Schülerinnen und Schülern - ging es dann ins jeweilige Klassenzimmer.
(Erich Haller und Marion Haldemann)