Aristau

«Seemannsgarn» aus der Kultur- und Freizeitkommission Aristau

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Der Info-Abend des Kultur- und Freizeitvereins Aristau entführte in die Welt der Seefahrer. Richard Gähwiler zeigte und erläuterte spannende Bilder seines kleinen Abenteuers, einer Schiffsreise mit dem Stückgut-Frachter «Rickmers New Orleans». Über 50 Gäste lauschten gespannt seinen Ausführungen.

Auf die Erfüllung des Jugendtraums als Matrose über die Meere zu schippern musste Gähwiler vor 50 Jahren verzichten. Jetzt, im Pensionsalter, erfüllte er sich immerhin eine reduzierte Variante: eine Reise auf einem Stückgutfrachter. Auf Einladung des Kultur- und Freizeitvereins Aristau zeigte er von dieser Reise Fotos und erläuterte diese mit spannenden Kommentaren - nicht Geschichten im Grenzbereich zwischen Wahrheit und Fantasie (eben Seemannsgarn), sondern seine Erlebnisse. Mit interessanten Bildern von Hamburgs Sehenswürdigkeiten, schilderte er die Zeit in der «Seemannsmission Altona», wo er logierte und lange auf «sein» Schiff, die «Rickmers New Orleans» warten musste. Dann die Bilder vom Einschiffen. Vom Bezug der Kammer auf Deck D, dem Beladen mit dutzenden LKW-grosser Stückgut-Kisten, der ersten Begegnung mit Kapitän Iashar und schliesslich von der Ausfahrt mit Schleppern durch das weitläufige und verästelte System des Hamburger Hafens Richtung Elbe.

In der 25-köpfigen Mannschaft war Gähwiler der einzige Passagier. Für ihn ein kleines Privileg aber für die Mannschaft zusätzliche «Arbeit». Man war ja verantwortlich für die mitreisende «Landratte». Um allseits ein bisschen Goodwill zu schaffen, hatte Gähwiler etliche Tafeln Schokolade und ein paar Schweizer-Sackmesser im Gepäck. Dieses Gepäck war übrigens ein Seesack wie die Matrosen ihn noch heute brauchen. Diesen habe er sich extra für diese Reise gekauft. «Ich denke es wäre fast peinlich gewesen, wenn ich mit einem Rollkoffer angereist wäre», begründete Gähwiler seinen Kauf. Ein weiteres Kapitel der Präsentation zeigte den Barbecue-Karaoke-Abend auf der «Rickmers». Das Singen ab Bildschirm für den vorwiegend philippinischen Teil der Mannschaft ein spezielles Vergnügen. Gelächter dann als Gähwiler erzählte, wie er den Offizieren den mitgebrachten «Appenzeller» mangels Gläsern in Eierbechern zum Apéro servierte. Aber auch die Mannschaft sei nicht zu kurz gekommen, bis weit in die Nacht hinein sei gesungen und getrunken worden. Mit weiteren Bildern und faszinierenden Schilderungen seiner Erlebnisse verstand es Gähwiler die Besucher zu fesseln. Die Zuhörer dankten es ihm mit einem spontanen Applaus.

 «Ich wusste es eigentlich und fand es nun bestätigt, die Seemanns-Romantik die Hans Albers und Fredy Quinn noch besungen haben ist definitiv vorbei», resümierte Gähwiler. Und trotzdem, er ginge wieder. Dass er aber 1965 anstelle der Seefahrt eine «solide Lehre» gewählt habe, sei die richtige Entscheidung gewesen. Sein Leben sei so sicher in geordneteren Bahnen verlaufen, und das «Abenteuer zur See» habe er jetzt auch noch erleben können, schloss Gähwiler seine Präsentation.

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