Schweizerische Lesenacht „Im Geschichtenwald“ an der Kreisschule Surbtal

Die Schweizerische Lesenacht, eine lustvolle Art der Leseförderung, fand dieses Jahr am 11.Nov. 2010 für alle Erstbezler/innen und ihre Eltern in der Aula der Bez Endingen statt.

Gross projizierte Fotos von herbstlichen Waldbildern, mit beschrifteten Blättern vollbehängte Geschichtenbäume und Kuchenduft stimmten die Herbeiströmenden auf den Anlass ein. Der Schulleiter, Norbert Schmitz, begrüsste die dichtgedrängten Zuschauer herzlich und eröffnete mit seiner Geschichte aus dem Geschichtenwald.

Im Vorfeld der Veranstaltung hatte in den 2. bis 4. Klassen ein Geschichtenwettbewerb zum Thema „Waldgeschichten“ stattgefunden. Die fünf preisgekrönten Schülerinnen und Schüler durften ihre gelungenen Geschichten dem Publikum vorlesen. Die Resultate gefielen ausnehmend gut und so erhielten die Vorlesenden den wohlverdienten Applaus neben je zwei Kinogutscheinen. Sind dies vielleicht zukünftige Schriftsteller oder Autorinnen?

 Danach führte sich der Vortragende des Leseabends selber ein: Carlo Meier ist Kinderkrimiautor der Reihe Kaminski-Kids. Er erzählte, wie die Bücher mit seinen drei Kindern entstanden und heute noch entstehen. Wichtig ist ihm, dass für die Bücher mit Hilfe von Fachleuten, Pädagogen und der Polizei recherchiert wird, damit die Darstellung mit der Realität übereinstimmt.

 Im Mittelteil des Abends trug Meier aus seinem neuesten, zwölften Buch „Das Geheimnis von Marrakesch“ vor. Die Geschichte spielt in der nordafrikanischen Grossstadt Marrakesch, wo die Kids – die Helden der Buchreihe – ihre Herbstferien verbringen. In den verwinkelten Gassen der Altstadt  lernen sie schon bald den Jungen Abdel und das Mädchen Saida kennen. In ihrer dortigen Umgebung wird ein verlassenes Baby auf der Strasse aufgefunden. Natürlich versuchen die Kids, dessen Mutter aufzuspüren. Doch dabei erleben sie eine wahre „Horrorstory“. Meier erwähnt ausdrücklich, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruhe. Denn viele nichtverheiratete Mütter sind in Marokko gezwungen, ihre Neugeborenen auszusetzen, und viele junge Mädchen müssen alleine in der Stadt als Hausmädchen Geld für die Familie im Dorf verdienen. Terre des Hommes mit ihrem Projekt für die Kinder in Marokko erhält 10% des Autorenhonorars. Meier ermunterte alle, bei „Kids helfen Kids“ mitzumachen. Sichtlich hat der Mann eine Mission, er reagierte leicht verärgert über störendes Geflüster: Er will von allen in seiner  Botschaft gehört und verstanden werden!

Zum Ritual der Lesung gehört auch, dass die Jugendlichen Fragen zur Entstehungsgeschichte der Bücher und zu der Arbeitsweise stellen können, was sie auch gerne taten. Die Frage nach dem Lieblingsbuch durfte nicht fehlen – für den Autor ist es immer das neueste „Zur Welt Gebrachte“.

Schliesslich ging es an das Signieren von Büchern und Postern, und alle Anwesenden wurden zu Getränken und selbstgebackenem Kuchen im herbstlich dekorierten Foyer eingeladen. Die Geschichtenbäume verlockten zum Lesen kleiner Geschichtenhäppchen, es wurde ausgiebig geplaudert und Bekanntschaften wurden aufgefrischt. Gegen neun zog es Eltern und Kinder nach Hause. Nur die Geschichtenbäume strecken ihre Zweige noch ein paar Tage in die Höhe und zeugen vom Geschichtenwald. (msz)

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