Mit verschiedenen Aktivitäten, unter anderem mit einer vielbeachteten
Ausstellung in der Kirche, mit Gottesdiensten, Betrachtungen
und schliesslich mit einem Rundgang rund um die reformierte Kirche Schöftland
wurde in den letzten Wochen das Thema «Schöpfung» behandelt.
Gottesdienstreihe und Ausstellung endeten am 20. Juni.

st. Es war ein spezieller Abend, der Mittwochabend, als sich eine ansehnliche
Gruppe vor der reformierten Kirche in Schöftland um Monika Widmer scharte, um die «Schöpfung» rund um die Kirche zu «erfahren». HupendeAutos
auf der nahen Dorfstrasse wiesen nämlich unmissverständlich auf einen
weltlichen Anlass hin - die Schweizer Fussballer feierten einen aussergewöhnlichen Erfolg, der auch von Kirchengängern nicht unbeachtet bleiben konnte. Aus dem Kircheninnern erklangen Vibraphonklänge, denn Peter
Klaus hat die anschliessende Lesung zum Thema «Schöpfung» auf seinem
Instrument begleitet. Artenvielfalt durch Menschen abgebremst.
Monika Widmer ist aktive Naturschützerin und damit prädestiniert, die
Interessierten auf diesen Rundgang um die Kirche zu führen. Diese werde durch
Menschenhand geprägt, und die Artenvielfalt werde leider durch das Eingreifen
der Menschen eingeschränkt, bedauerte sie. Von den Menschen geduldet
werde aber die Dohle, eine bedrohte Vogelart. 22 Brutpaare finden aber allein im Schöftler Kirchturm Unterschlupf. Sie bringen ihre Brut hinter dem Zifferblatt
hoch und machen während der Nistlingszeit einige Unordnung, rund um die Kirche. Dohlenpärchen bleiben sich meist ein ganzes Leben lang treu und leben
nach strenger Hierarchie.
Bäume und Pflanzen mit Symbolcharakter. Mächtig stehen die Linden vor dem
Haupteingang der Kirche. Man sagt von ihnen, dass sie die Nähe der Menschen
suchen, sie passen überall ins Dorfbild. Ihr Holz ist biegsam und lässt sich ausgezeichnet schnitzen. Ihre Blüten duften nicht nur fein, sie besitzen auch Heilkraft. Ihre Blätter sind herzförmig. Das «Pfaffenhütchen» ziert den
Friedhof. Seine Früchte sehen aus wie Priesterhüte, daher der Name. Der
Strauch wird auch «Spindelstrauch» genannt, weil sich daraus Spindeln,
Stricknadeln oder gar Orgelpfeifen produzieren lassen, und damit ist sein
Standort auf einem Kirchenareal ebenfalls gerechtfertigt. Eine Trauerulme ziert den Friedhof ebenfalls, es ist eine spezielle Zuchtform zu Dekorationszwecken und steht als Symbol für Trauer und Tod. Monika Widmer wies aber auch auf
die vielen immergrünen Pflanzen, Bäume und Hecken hin, die unabdingbar
auf einen Friedhof gehören, als Symbol dafür, dass es immer irgendwie wieder
weiter geht.
Nach diesem interessanten Exkurs trafen sich die Exkursionsteilnehmenden
in der Kirche, wo das Thema «Schöpfung» in Wort und Musik seine Fortsetzung fand. (dhi)