Rheinfelden

Sanfte Riesen beim KVRM Rheinfelden-Möhlin

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Zuchtzulassung für Leonberger durch den Schweizerischen Leonberger Club

Noch war es neblig auf dem Prüfungsgelände des Kynologischen Vereines KVRM in Rheinfelden als die Richter mit ihren Helfern die Plätze einrichteten. Bei Kaffee und Gipfeli warteten alle gespannt auf das Eintreffen der Hauptakteure: 3 Rüden und 3 Hündinnen wurden zur Körung angemeldet.
Und sie kamen - gross, eindrücklich, liebenswert und wunderschön die Hunde, stolz und erwartungsvoll die Besitzer!

Der Leonberger - Herkunft und Geschichtliches
Ende der dreissiger Jahre des 19. Jahrhunderts kreuzte Heinrich Essig, Stadtrat im württembergischen Leonberg eine Neufundländerhündin mit einem langhaarigen Bernhardinerrüden. Sein Ziel war es, einen grossen, löwenähnlichen Hund zu züchten. Als Vorbild diente ihm der Löwe aus dem Wappen von Leonberg. Kaiser, Könige und andere prominente Persönlichkeiten gehörten zu den Besitzern. Die beiden Weltkriege hätten für die Rasse fast das Ende bedeutet. Inzwischen gibt es weltweit Leonberger-Vereine welche sich der Zucht annehmen. Heute ist der Leonberger ein Familienhund welcher bis zu 80 cm gross wird und dementsprechend bis zu 75 kg wiegen kann - eine wahrlich imposante Erscheinung.

Hohe Anforderungen zur Zulassung
Die Körung (Zuchtzulassung) erfolgt in zwei Teilen: Die Bewertung des Exterieurs und die Wesensprüfung. Dabei kommen die Standards der FCI (Fédération Cynologique Internationale) zum Tragen. Richtlinien mit klaren Vorgaben und Anforderungen - ohne wenn und aber.

Der Leonberger Club Schweiz mit strengen Richtlinien
Säde Crivelli aus Dino Tessin ist Präsidentin der Zuchtkommission des Schweizerischen Leonberger Clubs. Dieser hat eines der strengsten Zuchtreglemente Europas. So darf ein Rüde maximal 3 mal decken und die Hündin 3 x einen Wurf Welpen zur Welt bringen. „Wir fördern damit die Genvielfalt und verhindern, dass die Hündinnen zu Wurfmaschinen werden. Wir züchten unkomplizierte und menschenbezogene Hunde ohne typisches Rudelverhalten - einen grossen, liebenswürdigen Familienhund."
Der Leonberger ist durch seine Herkunft, seine Erscheinung, seine Robustheit bestens für Arbeiten zur Bewachung, im Wasser (er hat Schwimmhäute) sowie mit der Nase für Rettungseinsätze geeignet.
„Wir streben an, gesunde Hunde mit hoher Lebenserwartung zu züchten, damit die Besitzer und Familienmitglieder lange Freude an einem Kameraden haben können, welcher einfach dazugehört".

Und dennoch irgendwie sympatisch
Die Standards und Vorgaben sind klar und die Richtlinien des Schweizerischen Leonberger Clubs unmissverständlich. Die Richter betonten jedoch auch, dass eine vertretbare Toleranz in die Bewertung jedes Tieres einfliessen kann. Sollte ein Anwärter im Exterieur oder im Wesenstest noch nicht mit Bravour bestanden haben, so kann er einmalig zurückgestellt werden und die verpasste Chance nachholen. Ein zweites Mal ist jedoch ausgeschlossen.

Geschulte Augen und hoher Sachverstand
Lisbeth Mach aus Wilen, Obwalden ist eine von 6 Schweizer Richterinnen welche alle Hunderassen zur Zuchtzulassung prüfen kann. Sie hat sich auf die Leonberger spezialisiert und prüfte das Exterieur der Anwärter. Durch den Besitzer muss ein Gesundheitsnachweis erbracht werden und danach wird der Hund auf „Haut und Haar" geprüft. „Wir wollen gesunde, in der Bewegung korrekte und funktionelle Hunde, eben typische Leonberger züchten. Die Farbe ist dabei nebensächlich, sie hat mit der Funktion nichts zu tun." Sagt's und öffnet mit den Händen den grossen Fang des Rüden um das grosse, weisse Gebiss zu prüfen.

Der Wesenstest - unabdingbar zur Zulassung
René Erni aus Urswil Luzern ist Verhaltensrichter beim SKG (Schweizerische Kynologische Gesellschaft). Er prüfte die Anwärter in verschiedenen Situationen auf das Verhalten gegenüber Mensch und Tier sowie auf die Reaktion in überraschenden Situationen. „Wir wollen gutartige, wesensstarke und gut zu führende Hunde züchten. Sie müssen sich in der heutigen Lebenssituation (wenige Freiräume, immer mehr Bauten und Verkehr) bewähren. Die zu ängstlichen oder zu aggressiven Anwärter werden zurückgewiesen." Er nickt und versammelt seine Menschengruppe um den nächsten Kandidaten zu prüfen.

Ein schöner Abschluss
Corinne Käser, Aktuarin und Peter Waldmeier, Präsident des KVRM kochten höchstpersönlich für die Gäste. Bei Salat, Risotto mit Steinpilzen und einem währschaften Schweinebraten wärmten sich die Teilnehmer in der Clubhütte auf. „Comme nel Ticino - grazie a tutti und bis zum nächsten mal", bedankt sich bei allen und fährt mit Ihrer Zuchthündin nach Hause ins Tessin: Säde Crivelli, engagierte Präsidentin der Zuchtkommission...

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