Tempo 30 Die Lage spitzt sich zu, die Gegenkampagne droht in einer Schlammschlacht zu enden

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurde rund ein Dutzend Pro Tempo 30-Plakate im ganzen Dorf mit roter Farbe übersprayt oder entfernt. Bisher war nur die Abstimmungswerbung auf öffentlichem Grund betroffen. Inzwischen bleiben auch die Plakate bei privaten Liegenschaften nicht mehr verschont. Es sind Sachschäden mit Kostenfolgen entstanden, die nach einer Strafanzeige rufen.

Die Gegner von Tempo 30 haben ihre Anhänger nicht im Griff, die Situation droht zu eskalieren: Zahlreiche Posts auf der Facebook-Seite der Gegner zeugen von einer äusserst mangelhaften Diskussionskultur, die den nötigen Respekt und die von ihnen selbst proklamierte Fairness in einem Abstimmungskampf vermissen lassen. Der Verein Pro Tempo 30 soll von Gegner infiltriert werden. Echte Gegenargumente gegen Tempo 30 sind keine auszumachen, was eine konstruktive Diskussion praktisch verunmöglicht.

Die Kontroverse ist auch geprägt von einem eigenartigen Demokratieverständnis bei den Gegnern. Wer an der Gemeindeversammlung vom 23. November 2012 mit abgestimmt hat, hat die Macht im Dorf. Wer nicht an der Gemeindeversammlung teilgenommen hat, dem wird kein Stimmrecht mehr zugestanden. So jedenfalls sehen es die Leserbriefschreiber in der AZ vom 11. und 15. Februar 2013. Ein Referendum gehört offensichtlich nicht zum demokratischen Repertoire der Gruppe von Rupperswiler Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern, welche die alleinige Macht für sich beansprucht.

Der Verein Pro Tempo 30 prüft eine Anzeige gegen Unbekannt, was die verschmierten Plakate betrifft, führt aber seine Pro-Kampagne unbeirrt weiter, im Auftrag und unterstützt von gleichgesinnten Rupperswiler Bürgerinnen und Bürgern. Auch in den verbleibenden zwei Wochen bis zur Abstimmung werden sich die Befürworter nicht von den Gegnern einschüchtern lassen.

Lukas Meyer, Romina Fuchs, Hans Berger, Fränzi Christen, Christina Olbrecht, Rita Matter, Esther Berner-Berner