Aarau

REQUIEM - Begeisternde Abschiedskonzerte

megaphoneaus AarauAarau
Rainer Held, Dirigent

_WRB9720.jpg

Rainer Held, Dirigent

Mit stehendem Applaus quittierten die sehr zahlreich aufmarschierten Besucherinnen und Besucher die Konzerte vom 13. und 14. November 2015, in der Stadtkirche Aarau. Diese als Abschiedskonzerte des langjährigen Dirigenten Rainer Held gestalteten Konzerte überzeugten wiederum in der Konzeption und in der Präsentation.

Das Programm wurde eröffnet durch ein Werk des lettischen Komponisten Peteris Vasks (*1946): „Dona nobis pacem“ für Chor und Streichorchester. Dem Komponisten war es schon zu Sowjetzeiten ein Anliegen, durch seine Musik dem Volk eine Stimme zu verleihen, zumal er selbst auch wegen seiner religiösen Überzeugungen den Schikanen der sowjetischen Behörden ausgesetzt war. Seine geistlichen Chorwerke -darunter auch „Dona nobis pacem“, 1996 komponiert- sind, wie viele seiner weltlichen Chorwerke, nichts weniger als eine Selbstbefreiung durch Singen.

Das kleine Werk für Streichorchester von Arvo Pärt (*1935), „Silouans Song“ ergänzte das Pro-gramm, inhaltlich und formal in geeigneter Weise. Das Stück entstand im Jahre 1991. Thema-tisch basiert es auf einem Text des Heiligen Silouan (1866- 1938), einem orthodoxen Mönch und Mystiker vom Berg Athos, dessen Thema die Sehnsucht nach Gott ist. So trägt das Werk auch den Untertitel:“My soul yearns after the Lord…“.

Mit diesen zwei Kompositionen aus der neueren Zeit wurde das „Requiem“ aus dem Jahr 1791 von Wolfgang Amadeus Mozarts -sein letztes Werk- sehr sinnreich eingeleitet und vorbereitet. Obwohl das Werk nur zu etwa zwei Dritteln tatsächlich von Mozart stammt, ist es eines seiner beliebtesten und am höchsten eingeschätzten Werke. Mozart starb während der Komposition. Da es sich um ein bestelltes Werk handelte, vervollständigten Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr, Schüler von Mozart, das Requiem im Auftrag von Constanze Mozart, der Witwe des Komponisten. Die Entstehungsgeschichte und Qualität der nachträglichen Ergänzungen werden seit langem heftig diskutiert. Die ungewöhnlichen Umstände des Kompositionsauftrags und der zeitliche Zusammenhang dieser Seelenmesse mit Mozarts frühem Tod haben zudem eine üppige Mythenbildung angeregt.

Der Kammerchor Aarau, die Solistinnen Maria C. Schmid, Sopran und Liliane Glanzmann, Alt, die Solisten Tino Brütsch, Tenor und René Perler, Bass, zusammen mit dem Huttwiler Kammerorchester, präsentierten die Konzerte, unter der Leitung des scheidenden Dirigenten Rainer Held, auf sehr hohem Niveau. Dieser verstand es wiederum, eine optimale Übereinstimmung unter den mitwirkenden Teilen (Soli, Chor, Orchester) herzustellen, so dass alles aus einem Guss erschien. Beachtlich die Leistung des Chors: Mit grosser Sicherheit und Überzeugung meisterte er die anspruchsvollen Tonlagen des „Dona pacem“ gleichermassen, wie die vielfältigen Tempi, Rhythmen und Koloraturen des „Requiem“. Die ausgezeichneten Soli und das engagierte Orchester (Konzertmeister Martin Kunz) sorgten mit für ein nachhaltiges und berührendes Konzer-terlebnis. Viktor Schmid

Meistgesehen

Artboard 1