Der Kirchenchor und seine Gäste starteten unter der Leitung von Angela Händle und ihrem Mann Kari, der das  gut 30 jährige Saurer Postauto lenkte, bei leicht bewölktem Himmel und voller Erwartungen zur Reise ins Weinland Klettgau! Mit dem bekannten Posthorn-Dreiklang und dem kernigen Motorengeräusch ging’s in Stetten den Kronenrain hinauf dem Mutschellen und der Autobahn entgegen.  Schon bald lichteten sich die Wolken und die Sonne begrüsste uns zum Kaffeehalt im Gasthaus Kreuzstrasse bei Humlikon. Die Fahrt durchs Zürcher Unterland auf der Dritt-Klass-Autobahn nach Schaffhausen lässt uns staunen über die reizvolle Landschaft und die vielen Baustellen an der Erneuerung unserer Nationalstrassen.

Hallau begrüsste uns mit seiner  schönen Kirche hoch oben in den Reben und seinen schmucken Riegelhäusern. Das Ziel ist erreicht und der stattliche Hof mit Pferden, Kutschen, Acker- und Rebbau der Familie Walter Gasser überrasche unsere Vorstellungen!  Walter Gasser erzählte frisch und munter die Geschichte seiner Familie und ihres Weingutes über die letzten Jahrzehnte. Hier wird seit vielen Generationen der Acker- und Rebbau gepflegt! Das Kutschen-Museum im Stall des alten Bauernhauses verrät auch seine Liebe zu den einstigen Transportmitteln für Mensch und Material: Landauer, Brecks, Doktor-Chaise, Omnibus, alles von Pferden gezogen. Sogar die echte Klausen-Postkutsche von 1915 pflegt die Familie mit viel Herzblut. – Der Höhepunkt der Besichtigung des Weingutes war die Mittagsverpflegung im alten Weinkeller  zusammen mit einer Degustation ihrer ausgezeichneten Weine. Besonders die alte Sorte der Kerner-Rebe liess unsere Weinliebhaber staunen, ob diesem gepflegten Wein!

Im Anschluss folgte eine gemütliche Rösslifahrt mit zwei Planwagen, jeder von 3 Pferden gezogen! Erst ging es durch Wiesen und Felder in der Ebene, wo sie 7 verschiedene Frucht- und Getreidesorten anbauen und dann hinauf in die Reben, wo jede Sorte auf grossen Tafeln beschrieben wird!  –  Zum Schluss verabschiedeten wir uns von der Familie Gasser mit guten Wünschen für die Zukunft!   –  Die Reise führte uns weiter durch die Seitentäler des Klettgaus wieder zurück über den Rhein dem Zürcher Weinland entgegen, wo wir nach einem kurzen Spaziergang durch die Reben im Gasthaus zum Wyberg in Teufen mit „Züri-Gschnätzlets“ verwöhnt wurden.

Zum Ausklang des Tages sangen wir nach dem Essen das Abendlied: „Ein schöner Tag zu Ende geht!“  -  Wie wahr, alle waren begeistert! Schon bei Nacht rollte der gelbe Oldtimer ruhig schnurrend am Flughafen vorbei wieder heimwärts ins Reusstal! Eine schöne, interessante und gemütliche Vereinsreise ging zu Ende. Wir danken herzlich der Reiseleiterin Angela Händle, ihrem Mann Kari, dem zuverlässigen Chauffeur, und den Helferinnen vom Sopran, für das einmalige Erlebnis!

Mario Sintzel