Die Turnnerinnen des Frauenturnvereins Othmarsingen gingen auf eine zweitägige Reise ins Appenzeller-Land.

Gespannt machten sich 23 Turnerinnen mit Sack und Pack auf den zweitägigen Ausflug unter dem Motto «Sönd willkomm!». Die Reiseleiterinnen Marianne Züsli und Magdalena Adamo hatten viel organisiert, aber wenig verraten. Ein feines Znünisäckli versüsste den Frauen den Morgenstart mit dem Zug Richtung Appenzeller-Land. In Jakobsbad angekommen durfte man die Wanderschuhe und Socken ausziehen und den Barfussweg durch das Gontner Hochmoor unter die Füsse nehmen. Wie lange war es her, seit die Frauen das letzte Mal Barfuss durch Dreck und Wasser und über Kies und Wiesen gelaufen sind?

Anschliessend kamen die Turnerinnen in den Genuss von Erzählungen eines Dorfführers. Hier waren vor allem die Augen und Ohren gefragt. In unverfälschtem Appenzellerdialekt erfuhr man viel Interessantes über das lebendige Brauchtum, die malerischen Häuser und über das traditionelle Handwerk. Eine «Öberfahrt», ein Alpabzug, erlebten die Damen direkt vor Ort. Bei einer Degustation mit verschiedenem Appenzellerkäse beendeten sie den Ausflug in Appenzell. Für einen ausgiebigen Einkaufsbummel in der schmucken Hauptgasse fehlte leider die Zeit.

Auf dem Weg zum Nachtlager in Speicher bemerkten einige Frauen, dass ein grosses Fest im Dorf stattfindet. 150 Jahre Turnverein Speicher. Darauf kommen wir später zurück. Zuerst wurde im Erlebnis-Gasthaus «Schnuggebock» die Zeit zurück gedreht. Die Turnerinnen genossen in einer Bauernstube ein Essen mit währschafter, einheimische Kost wie zu Grossmutterszeiten. Kein Schickimicki, nichts vom anderen Ende der Welt. Das Echte, das Unverfälschte. So war der Schnuggebock.

Nun war es Zeit für die Nachtruhe. Aber nicht für alle. Da war doch noch ein Fest im Dorf. Trotz Regen und stürmischem Wind machten sich einige Nachtschwärmerinnen auf zum Festplatz. Lustig war es. Singen, tanzen, schaukeln...

Am zweiten Tag, in voller Frische trotz kurzer Nachtruhe, ging es mit dem Bus von Speicher nach Heiden. Die Hügellandschaften mit ihren Streusiedlungen sind wunderschön und einmalig. Das einzige Problem war, dass die Frauen die Landschaft gar nicht so recht bewundern konnten. Das Bewegen im Publicar war mühsam. Warum? Wie bringt man 29 Leute in einen Bus mit 16 Sitzplätzen und 7 Stehplätzen? Der Frauenturnverein weiss es nun. ...Lustig war es.

Von Heiden nach Walzenhausen begleiteten uns etliche Witze auf dem Witzweg. Das Wetter war wechselhaft. Plötzlich schüttet es wieder wie aus Kübeln. Aber der Stimmung machte es keinen Abbruch. Doch kurz vor der Heimreise beim Bergsprint in Walzenhausen passierte es. Eine Turnerin verletzte sich am Fuss und musste die Heimreise sofort antreten. Zwei Turnkameradinnen begleiteten sie auf diesem Weg. Ein herzliches Dankeschön den beiden Frauen und gute Besserung dem Pechvogel.

Nun begann auch die Heimreise der Übriggebliebenen. Die Schifffahrt durch das Naturschutzzentrum Altenrhein und über den Bodensee war nicht nur eine Erholung, sondern auch ein super Schlusspunkt der diesjährigen Turnerfahrt. Dank den Organisatorinnen Magdalena und Marianne entdeckte man eine Ecke der Schweiz, die nun alle ins Herz geschlossen haben. (siba)

Übrigens, jeweils montags um 19.30 Uhr wird in der Turnhalle Othmarsingen geturnt ganz nach dem Motto: Gemeinsam statt einsam – Bewegung – Gesundheit – Fitness. Also Frauen, packt das Turnzeug ein und macht mit. Wir freuen uns auf euch.