Die Ära des Erdöls währt noch gar nicht so lange. Und doch ist deren Ende absehbar, so selbstverständlich der Alltag, den die Energieressource Nummer 1 noch sichert, im Moment auch scheinen mag. Die Welt, mit ihrer wachsenden Bevölkerung und ihrem stetigen Streben nach Reichtum, Komfort und Mobilität, zeigt längst Stresssymptome: ausgeschöpfte Quellen, Konflikte, Katastrophen.

Auf Einladung der Volkshochschule Lenzburg analysierte der Friedens- und Energieforscher Daniele Ganser in einem Referat am vergangenen Mittwoch die kurze Geschichte des Erdöls und erörterte, wie es die Geschicke der Welt auch aktuell mitleitet und mitprägt. Wie Atom, Erdgas und Kohle brachte und bringt es die Menschheit gleichzeitig vorwärts und in Bedrängnis. Ganser plädierte daher für ein genaues Hinsehen und eigenständiges Denken, für Investitionen in neue Wege, einen Ausstieg aus der Gewaltspirale – und für die Energiewende. Am Beispiel individueller Sanierungsmassnahmen an bestehenden Häusern illustrierte er, wie erneuerbare Energiequellen die Menschen unabhängiger machen und damit weniger Raum für Manipulation und weniger Potenzial für künftige Konflikte bleibt.

Rund 300 Besucherinnen und Besucher folgten den zuweilen humorvollen und doch eindringlichen Ausführungen des Leiters des Swiss Institute for Peace and Energy Research. „Bleiben Sie wachsam“, riet Ganser zum Schluss des anregenden Abends zu einem grossen Thema unserer Zeit.

Auch beim nächsten Vortragsabend der Volkshochschule Lenzburg geht es um die Suche nach Zukunftsperspektiven und Frieden: Sumaya Farhat-Naser, renommierte Buchautorin, Friedensvermittlerin, Ökologin und Frauenrechtlerin aus Birzeit bei Ramallah, spricht am Mittwoch, 6. Mai im ref. Kirchgemeindehaus in Lenzburg über die schwierigen Friedensbemühungen in einem jahrzehntealten Konflikt. Informationen und Reservationen unter: www.vhlenzburg.ch.

Marie-Claire Bitz