Magden

Rebumgang im «Dürrberg»

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Die Rebbaufreunde lauschen aufmerksam den Ausführungen von Winzer Bruno Wirth

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Die Rebbaufreunde lauschen aufmerksam den Ausführungen von Winzer Bruno Wirth

Kürzlich fand bei schönstem Sommerwetter ein Rebumgang in der Rebbauparzelle „Dürrberg, oberhalb des Schützenhauses, statt.Nebst den zahlreich erschienen Vereinsmitgliedern konnten auch WinzerkollegInnen aus dem badischen Herten sowie weitere Gäste begrüsst werden.

Bruno Wirth, Winzer aus Olsberg , führte durch die terrassierte Rebanlage.Er erwähnte, dass der Name „Dürrberg „ eben auf eine Dürre schliessen lasse, welche in trockenen Sommern zum Problem werden könne,infolge von starker Sonneneinstrahlung.Es sei deshalb im Verlaufe der letzten paar Jahre sukzessive viel Humus um die Rebstöcke herum aufgetragen worden.Humus sei ein guter Feuchtigkeitsspeicher und vermöge auch die Nährstoffe im Boden zu fixieren. Zu beachten sei auch der Zeitpunkt für eine mineralische Düngung. Denn die Nährstoffe müssten zuerst im Boden aufgelöst und dann zu den Wurzeln der Rebstöcke transportiert werden.

Dazu brauche es Wasser. Im allgemeinen sei somit das Frühjahr der günstigste Zeitpunkt für eine Düngung, weil es in der Regel genügend regne.

Die detaillierten Ausführungen veranschaulichten den interessierten Zuhörern , wie komplex diese Zusammenhänge sind und der Winzer somit nicht darum herum kommt, seine Böden von Zeit zu Zeit einer umfassenden Bodenanalyse zu unterziehen , damit er die nötigen Nährstoffe zuführen kann.

Weinjahr 2012

Bruno Wirth wagte sodann eine vorsichtige Prognose zum Weinjahrgang 2012. Der Hagelschlag vom 21. Juni in Magden traf die Reblagen in unterschiedlichem Ausmass. Die Beeren waren zu diesem Zeitpunkt noch sehr klein und boten wenig Angriffsfläche.Die dennoch betroffenen Beeren verdörren und fallen ab, wobei die Rebstöcke diesen Verlust teilweise kompensieren werden, indem die verbliebenen Trauben grösser werden. Insgesamt könnte es so einen Minderertrag infolge Hagelschlag von ca. 10 % geben.

Geschmälert wird der Ertrag auch durch einzelne Verrieselungen( nicht entwickelte Beeren), da das Wetter zur Blütezeit nicht ideal war und deshalb teilweise eine Befruchtung ausblieb.

Auf die Qualität der Trauben haben sowohl der frühe Hagel als auch die Verrieselung keinen negativen Einfluss.

Anspruchsvoll war das Rebjahr 2012 sodann durch den extremen Pilzdruck infolge der feuchten Witterung im Frühsommer. So trat hier und dort der falsche Mehltau(Blätter verdörren) und auch der echte Mehltau ( Befall der Beeren,welche dann abfallen ) auf, was die Winzer sehr forderte.

Gemütlicher Hock beim Rebhäuschen

Angekommen beim Rebhäuschen kredenzten die Dürrberg-Winzer ihre süffigen Weine und servierten belegte Brote.

Peter Meyer , gelernter Winzer und Mediziner , stellte sodann in gemütlicher Runde die Ergebnisse der Maturaarbeit seines Sohnes Lukas, der infolge Militärdienst nicht anwesend sein konnte, vor.

Lukas konnte ein Jahr lang mit einem Ingenieur des „FIBL“ ( ForschungsInstitut Biologischer Landbau ) in Frick diverse Feldversuche mit biologischer Düngung von Reben begleiten und dokumentieren. Da sich die Versuche aber über mehrere Jahre erstrecken werden liegen natürlich lediglich  provisorische Ergebnisse vor.

Für den Winzer ist es aber gut zu wissen, dass solche Versuche laufen, um schliesslich von einem möglichen Nutzen profitieren zu können.

Marcus Iten

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