Prominenz auf dem Rütihof

Auftritte der Nationalratspräsidentin 2016 Christa Markwalder und des ehemaligen Ständeratspräsidenten René Rhinow bei den Rotariern

Die Mitglieder des Rotary Clubs Wynen- und Suhrental hatten schon an ihren ersten wöchentlichen Zusammenkünften im neuen Jahr auf dem Rütihof die Gelegenheit Referate von prominenten Politikern zu hören und mit ihnen zu diskutieren. Nationalrätin Christa Markwalder, welche die grosse Kammer im abgelaufenen Jahr präsidiert hatte, sprach zum Thema Altersvorsorge. Sie zeichnete die Ausgangslage und den bisherigen Verlauf der Beratungen im Bundesparlament nach. Die demografische Entwicklung ruft nach Reformen . In diesem Jahr feiern erstmals mehr Menschen den 65. als den 20. Geburtstag. Die Anzahl jährlicher Neurentner ist seit dem Jahr 2000 um 140% gestiegen. Bereits wird weniger in die AHV einbezahlt als ausbezahlt wird. Die AHV wurde 1995 letztmals revidiert. Seither sind drei Versuche, unsere Altersvorsorge den veränderten demografischen Verhältnissen und dem Tiefzinsumfeld anzupassen an der Urne oder bereits im Parlament gescheitert. Für die Referentin fehlt es aber immer noch am Problembewusstsein in der Bevölkerung für die Notwendigkeit umfassender Reformen. In der derzeitigen parlamentarischen Diskussion setzen sowohl die bundesrätlichen wie auch die ständerätlichen Vorschläge stark auf Zusatzfinanzierungen statt auf Umbau.. Die Reform müsse gelingen, doch nicht mit opportunistischen Rentengeschenken auf Kosten der Erwerbstätigen sondern u.a. mit dem flexiblen Rentenalter. Frau Markwalder sieht für die sicher auf uns zukommende Volksabstimmung viel Überzeugungsarbeit auf die Parlamentarier zukommen.

Der frühere Rechtsprofessor und baselbieter Ständerat René Rhinow referierte zum Thema „Was heisst heute bürgerlich?“. Er zeichnete die Entwicklung des Begriffs Bürger auf, legte die Entwicklung des Bürgertums in der Schweiz dar mit dem Schluss, dass mit der Abkehr vom Klassenkampf und dem Eintritt der

SP in den Bundesrat alle Parteien verbürgerlicht seien. Man müsse sich vom Begriff bürgerlich eigentlich verabschieden, weil er nichts mehr bringe. Die Konfliktzonen seien heute weniger links oder rechts sondern z.B. Stadt/Land. Verhältnis zur EU,. Der neue Klassenkampf komme von ganz rechts., indem ein Gegensatz zwischen Volk angeblicher classe politique (welche es gar nicht gibt, weil jedermann, welcher seine politischen Rechte ausübt, dazu gehört) konstruiert werde.