Baden

Power to Gas – Energieträger der Zukunft?

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Ein Thema, das derzeit regelmässig im Zusammenhang mit klimafreundlicher Energie auftaucht, Power to Gas. Es stand im Zentrum des zweiten Energie-Apéros, der in Baden im Konnex stattfand. Drei Kenner der Materie referierten dazu vor einem vollen Saal.

Begrüsst wurden die 240 Gäste zweimal. Michael Ladwig, Direktor Scientific Collaborations, GE gab einen Überblick über die Aktivitäten im Gasturbinenbereich und betonte, dass erneuerbare Brennstoffe unweigerlich kommen müssen, um die Dekarbonisierung zu erreichen. Michael Sarbach, Geschäftsführer der Regionalwerke Baden, bekräftigte die wichtige Rolle von Power to Gas in der Energiewende und in der Sektorkopplung (Verbindung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr über Energiespeicher und Energiewandler).

Flächendeckendes H2-Tankstellennetz bis 2023

Philipp Dietrich, CEO H2 Energy AG, ging auf H2 als wirtschaftliche Chance zur Dekarbonisierung der Mobilität sowie der Sektorkopplung ein. Dank der standardisierten Speicherung von Wasserstoff (H2) in kompakten Drucktanks eignet er sich für den Einsatz in der Mobilität. Wichtig, dass das H2 auf erneuerbarem Strom basiert. Eine Idee, welche 2015 mit Coop startete, war es, ein flächendeckendes H2-Tankstellennetz zu haben, welches wirtschaftlich und CO2 frei ist. Starten wollte man mit H2-Lastwagen, da deren Verbrauch und deren Routen gut planbar sind. Im Kostenvergleich schnitt Hmit Diesel gut ab und es zeigte sich, dass eine Tankstelle mit zehn H2-LKWs kostendeckend betrieben werden kann. Es entstand der Schweizer Wasserstoff Förderverein. Ziel ist es, bis 2020 20 H2-LKWs und 8 H2-Tankstellen zu betreiben, bis 2025 sollen es 1600 H2-Lastwagen sein. Das Projekt funktioniert, so Dietrich, weil jeder in der Wertschöpfungskette profitiert und es ist vom LKW erweiterbar auf PKWs.

Teil eines EU Forschungsprojekts

Die Forschungsanlage zum Power to Gas-Verfahren der Regio Energie Solothurn ist Teil des internationalen Projekts «Store&Go». Andrew Lochbrunner, Projektleiter erklärte die Anlage und wie das Power to Gas-Verfahren in Solothurn über eine innovative biologische Methanisierung erfolgt. Das produzierte Methan verfügt über die identische chemische Zusammensetzung wie Erdgas und kann direkt ins Schweizer Erdgasnetz eingespeist und gespeichert werden. Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit weiteren Verbänden und Hochschulen. Jachin Gorre von der Hochschule für Technik in Rapperswil warf abschliessend einen Blick auf die Herausforderungen für zukünftige Power to Gas Projekte.

Im Anschluss an den Anlass wurde ein Apéro offeriert, an welchem mit den Referenten rege weiterdiskutiert wurde.

Power to Gas
Das Power to Gas-Verfahren besteht aus zwei Schritten. Zuerst wird erneuerbarer Strom durch Elektrolyse zu Wasserstoff (H2) umgewandelt. Beim zweiten Schritt, der Methanisierung (Methan CH4), verbindet sich der Wasserstoff mit CO2 zu erneuerbarem Gas. Dieses lässt sich dann in das Gasnetz einspeisen oder auch speichern.

Sektorkopplung 
Kernstück der Sektorkopplung ist die Verbindung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr über Energiespeicher und Energiewandler. So kann Strom beispielsweise zur Herstellung von speicherbarem Gas (Methan, Wasserstoff) genutzt werden - und umgekehrt. Quelle: VSE

www.energieaperos-ag.ch

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