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Polizeihund an der Schule Villigen

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Im Rahmen des derzeitigen Unterrichtsthemas «Der Hund» fand letzten Donnerstag an der Villiger Primarschule für die 4.- und 5.-Klässler Anschauungsunterricht der besonderen Art statt.

Die beiden Hundeführer der Polizei, Herr Wolte und Herr Röthlisberger, kamen mit ihren drei Diensthunden. Nach einer kurzen theoretischen Einführung im Medienraum wurde auf dem Pausenplatz eine Auslegeordnung mit der Ausrüstung eines Hundeführers gemacht und alles erklärt. Die Schüler staunten nicht schlecht, was ein Hundeführer immer dabei haben muss: Dienstwaffe, Handschellen, schusssichere Weste inklusive Helm und Brille, Feldstecher, Taschenlampe, eine spezielle Leine für die Fährtensuche, Handschuhe, Regenschutz, eine Zange für das Auftrennen von Zäunen und nicht zuletzt ein Spielzeug für den Hund.
In der Zwischenzeit hatte der zweite Polizist eine Fährte gelegt und sich auf dem Schulhausareal versteckt. "Hanni vom Parchimer Land" nahm seine Fährte auf und zog den Hundeführer hinter sich her. Plötzlich legte sich der Hund ganz ruhig auf den Boden. Tatsächlich lag dort eine Waffe, die der flüchtende "Verbrecher" verloren hatte. Weiter ging die Verfolgung, bis der Hund plötzlich den "Verbrecher" hinter einem Busch entdeckte. Der Verfolgte schoss mit Platzpatronen in die Luft, der Hund wurde von der Leine gelassen und stürzte sich auf den "Verbrecher", der sich mit einem Ganzkörper-Schutzanzug vor den Zähnen des Polizeihundes schützen konnte. Der Druck, der in einem solchen Hundegebiss entsteht, beträgt ca. 1400 kg auf einem cm2. Sobald sich der "Verbrecher" ergeben hatte, musste Hanni ihn loslassen, blieb aber äusserst wachsam neben dem Verhafteten und war jederzeit bereit, ihn auf Kommando wieder anzuspringen. Die beobachtenden Schüler und Lehrer waren sehr beeindruckt.
Nachdem sich der "Verbrecher" von seinem Schutzanzug befreit hatte, führte er auf der Fussballwiese mit seinem vierjährigen Schäferhund "Barny vom Stettenertal" Gehorsamsübungen vor. Die Kinder mussten oft lachen, weil der Hund derart schnell und genau auf die Befehle seines Herrchens reagierte. Immer hatten wir den Eindruck, dass dem Hund die Arbeit grosse Freude machte.
Es folgte eine Kennenlernrunde mit dem noch sehr jungen, dritten Hund. Jeder Schüler erhielt ein kleines "Leckerli", um damit "Oxana vom Hexensturm" zu füttern. So sollte Oxana, die noch am Anfang ihrer dreijährigen Ausbildung steht, mehr Vertrauen in die Menschen gewinnen und umgekehrt die Schüler erleben, dass Polizeihunde auch ganz normale Familienhunde sind.
Als Krönung der gesamten, äusserst gelungenen Vorstellung durften Schüler, die den Mut dazu hatten, einen Armschutz anziehen. Hanni wurde der Angriff befohlen und raste auf den Schüler los, packte und zerrte mit seinen 35 kg daran, bis das Opfer den Armschutz losliess und Hanni stolz mit seiner "Beute" zu Herrchen zurücktrottete. Auch der Klassenlehrer, der sich vorerst vornehm zurückhielt und mit fotografieren beschäftigt war, musste nach lautstarker und anhaltender Aufforderung durch seine Klasse auch in den Armschutz schlüpfen und den Hundeangriff überstehen. Für diese eindrücklichen und aussergewöhnlichen zwei Stunden Anschauungsunterricht bedanken sich alle Teilnehmer herzlich!

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