(sr) Der fliessend arabisch sprechende Ueli Bruderer lebte 30 Jahre in der islami-schen Welt. Am Politstamm der EVP Bezirk Brugg gab er seine Erfahrungen weiter, wie er diese erlebt hat. 1971 reiste der junge Ing. HTL in den Jemen aus, um an der damals höchsten Schule des Landes Physik zu unterrichten. Er wurde von einer christlichen Missionsgesellschaft unterstützt und deshalb war er für den jemeniti-schen Staat ein Gratislehrer. Im Gegenzug wurde ihm Rede- und Meinungsfreiheit gewährt. Der Jemen sei Arabia pur: Sand, Steine und Staub und den Islam erlebe man bereits um 4 Uhr durch den ersten Ruf zum Gebet. Frauen sehe man praktisch keine auf der Strasse. Alles drehe sich um Allah. Der erste Löffel geht im Namen Al-lahs in den Mund. Geschieht ein Unglück, auch wenn es fahrlässig verursacht wurde, wird es einfach Allah zugeschoben.

Ueli Bruderer hatte im Jemen anfangs 1970-er Jahre ein aussergewöhnliches Erleb-nis. Der islamische Religionslehrer kam erregt zu ihm ins Physiklabor und forderte ihn zu einem öffentlichen religiösen Streitgespräch auf. Eine Absage wäre im vorn-herein einer totalen Niederlage gleich gekommen. Also stellte er sich in einer Arena mit rund 400 Zuhörern der Debatte ohne sich vorbereiten zu können! Diese endete nach rund eineinhalb Stunden in einer Pattsituation. Die Zuhörerschaft war in der Folge völlig aufgewühlt und löste in der Bevölkerung eine Spaltung in zwei Lager aus. Er wurde angeblich zu seinem Schutz unter Hausarrest gestellt. Während dieser Zeit wurde er von seinen Schülern oft für Gespräche aufgesucht, aber erst zu A-bendzeiten, wenn es bereits eingedunkelt war. Wer sich zum christlichen Glauben bekehrte, lebte ihn meist im Untergrund. Nach einem halben Jahr erachteten er und seine Frau Marion, eine Engländerin, welche er im Jemen kennen lernte, es als sinn-voll in ein anderes Land zu ziehen.
In Dijbouti erlaubte man ihnen eine christliche Buchhandlung mit angegliederter Sprachschule zu führen. Der Hunger nach christlichem Glauben sei auch da spürbar und erfreulich gewesen. Nach Aufenthalten in weiteren muslimischen Ländern kehr-ten Ueli und Marion Bruderer im Jahre 2004 definitiv in die Schweiz zurück. Zusam-menfassend hielt der Referent folgendes fest. Tätlich angegriffen wurde er nie. Er erlebte den Islam aber als eine sehr intolerante Religion.
Natürlich wurde auch die Frage der Minarette an den Referenten gestellt. Seine Be-urteilung: Würden Minarette zugelassen, würde es dazu beitragen, dass der Islam bei uns besser Fuss fassen und sich konsolidieren könnte. Das wünsche er aus Liebe zum Schweizer Volk nicht. (sri)