Jeweils kurz vor eidgenössischen und kantonalen Abstimmungen findet der Polit-Lunch der FDP. Die Liberalen Frauen des Bezirks Aarau/Lenzburg im Restaurant Einstein in Aarau statt. Am für dieses Jahr letzten Lunch informierte Doris Fischer-Taeschler über die drei eidgenössischen Abstimmungsvorlagen. 21 politikinteressierte Frauen folgten gespannt ihren Ausführungen. Die erste Vorlage betreffe die Spezialfinanzierung des inländischen Luftverkehrs. Mit dieser Änderung wolle man die Voraussetzung dafür schaffen, dass diese Steuereinnahmen künftig der allgemeinen Bundeskasse und dem Luftverkehr zugute kämen. Die zweite Vorlage, die von der GSoA eingereichte Initiative „Für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten“ gab schon einiges mehr zu diskutieren. Frau Fischer bemängelte die Ungenauigkeit der Vorlage. Es würde nicht klar abgegrenzt, was genau „Kriegsmaterial“ sei. Ausserdem würde ausser Acht gelassen, dass es viel Material gebe, das sowohl einem zivilen wie auch einem militärischen Zweck dienen könne. Von den Arbeitsplätzen, die durch eine Annahme der Initiative verloren gehen würden, dürfe man schon gar nicht reden. Schliesslich gab die dritte Vorlage, die Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten» am meisten zu reden. Nach Meinung von Frau Fischer meine man hier den Esel und schlage den Sack oder man schiesse mit Kanonen auf Spatzen. Den Minaretten könne auch mit Bauverboten und anderen gesetzlichen Massnahmen begegnet werden. Dazu brauche es keine Verfassungsänderung, die in die Kompetenzen der Kantone eingreifen würde. Eine Teilnehmerin, wie sie selbst betonte, Katholikin, seit Jahren mit einem Muslim verheiratet ist, hielt ein engagiertes Plädoyer gegen diese Initiative. Ihrer Meinung nach könne nur mit Aufklärung und Information den subtilen Ängsten der Bevölkerung begegnet werden. Es gebe in allen Religionen Auswüchse. Man dürfe nicht alle Muslime mit den Fundamentalisten gleichsetzen. Die Diskussion führte dann über die Art und Weise der Aufklärung, der Notwendigkeit der Verständigung schliesslich zur Diskussion ob und inwieweit Deutschkurse auch für ausländische Eltern und nicht nur für die schulpflichtigen Kinder obligatorisch erklärt werden sollten, damit die Integration auch Sinn haben soll. Am Schluss des Mittagessens – das Team des Einsteins serviert jeweils ein Fleisch- und ein Vegi-Menu – wurde abgestimmt. Die erste Vorlage wurde einstimmig angenommen, die zweite einstimmig und die dritte grossmehrheitlich abgelehnt.

Diese Polit-Lunch stehen für alle politikinteressierten Damen jeder Altersgruppe offen. Die Daten können auf der Website der FDP.Die Liberalen Frauen Bezirk Aarau/Lenzburg http://www.fdp-frauen-ag.ch abgefragt werden. Anmeldungen sind bei einer der Co-Präsidentinnen erbeten.

Zsuzsana Mathilde Vasváry, Vorstand FDP. Die Liberalen Frauen des Bezirks Aarau/Lenzburg