Das Gemeinschaftszentrum Telli war Austragungsort einer Podiumsdiskussion zum Thema "Bezahlbares Wohnen in Aarau", an der der Aarauer Stadtrat Beat Blattner, Jürg Steiner von der Stiftung PWG sowie Antonio Mangino als Präsident der Aarauer Wohnbaugesellschaft abau teilnahmen.

Zu Beginn kamen die derzeitige Wohnsituation sowie die aktuellen Mietpreise in Aarau zur Sprache. Letztere liegen, wie Blattner bekanntgab, knapp über dem Schweizer Durchschnitt. Nur rund 1% der 10.000 Wohnungen in Aarau ist derzeit leerstehend. Dieser geringe Anteil gilt auch für Wohnungen, die von abau betrieben werden. Neben den bereits vorhandenen 253 Wohnungen der abau, sind 43 weitere im Bau. Zur Gewährleistung günstiger Mietpreise ist die Genossenschaft auf die Mithilfe von Mietern hinsichtlich Wartungsarbeiten und der Akzeptanz geringer Wohnflächen angewiesen, siehe Mietpreisentwicklung in der Schweiz. Mangino gab darüber hinaus bekannt, dass sich die abau auch eine engere Zusammenarbeit mit der Stadt zur Realisierung weiterer Projekte vorstellen kann.

Auch bei der gemeinnützigen Stiftung PWG aus Zürich, die günstige Wohngelegenheiten schafft und vermietet, gibt es aufgrund der großen Nachfrage kaum Leerbestände. Die 1990 gegründete Stiftung bewirtschaftet derzeit etwa 1.300 Wohnungen und 200 Gewerberäume. Wie deren Geschäftsführer Steiner betonte, sorgen klar geregelte Kriterien für eine faire Zuteilung der Wohnungen.

Nach den Wortmeldungen der Diskussionsteilnehmer waren die Zuseher am Wort, die sich auch eifrig beteiligten. Dabei wurde vor allem kritisiert, dass ältere Menschen bei der Konzeption der Aarenau nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Mangino drückte sein Bedauern aus und verwies auf die derzeitigen Bewohner, die die Pensionisten der Zukunft seien. Blattner wies die Kritik an einer zu geringen Ausnützungsziffer der Aarenau zurück. So dürfen lokale Gegebenheiten und Anforderungen, wie ausreichend Erholungsraum und Grünflächen, nicht vernachlässigt werden.

Ein weiteres strittiges Thema waren die Pensionskassen, die für manchen Teilnehmer zu renditeorientiert seien. Mangino erwiderte, dass eine ausreichend hohe Rendite erzielt werden muss, um sämtliche Rentenleistungen in vollem Umfang erfüllen zu können. Dies sei schließlich die Hauptaufgabe der Pensionskassen.

Blatter hebte schlussendlich hervor, dass er den Wohnbau nicht als Kernaufgabe der Stadt versteht. Vielmehr sollen Richtlinien und Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die Entstehung günstigen Wohnungsbaus ermöglichen können. Er betonte außerdem, dass er das Interesse der Bevölkerung an Investitionen schätze und verwies auf die Erfolgsgeschichte der Wohnbaugenossenschaften.