Staretschwil (Oberrohrdorf)

Pirmin Meier bei der SVP Rohrdorferberg

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Die SVP Rohrdorferberg hatte im Anschluss an ihre fünfte Generalversammlung Dr. phil. Pirmin Meier, Historiker, Schriftsteller und seit 33 Jahren Kantonsschullehrer in Beromünster LU, geladen

Unter Gottfried Kellers Liedanfang „O mein Heimatland...!“ referierte ein entfesselter Pirmin Meier am vergangenen Donnerstag in der „Eintracht“ Bellikon. Die SVP Rohrdorferberg hatte im Anschluss an ihre fünfte Generalversammlung zu diesem attraktiven Anlass mit dem in Würenlingen aufgewachsenen Metzgerssohn Dr. phil. Pirmin Meier, Historiker, Schriftsteller und seit 33 Jahren Kantonsschullehrer in Beromünster LU, geladen, der über schweizerische politische Traditionen und Prinzipien reden sollte. Der vergleichsweise bescheidene Zuspruch widerspiegelt mit einiger Ironie die heute obwaltende Haltung gegenüber der Heimat als Versorger und Fallschirm. Das Minimum von sechzehn Zuhörern entlarvte eindrücklich den Interessenwandel von der Gründung des Bundesstaates anno 1848 zum heutigen Standard. War damals, wie Meier an drastischen Beispielen packend schilderte, das Subsidiaritätsprinzip ein tragender Pfeiler des jungen Staates, so führt heute die Anspruchsmentalität das Zepter. Subsidiarität bedeutet: Aufbau von unten, die jeweils übergeordnete Ebene soll nur das übernehmen, was die untergeordnete nicht selber lösen kann, ausgehend von Individuum und Familie via Verein, Gemeinde, Kanton bis schliesslich zum Bund. Standen damals die Pflege und Erhaltung der Souveränität und damit der Freiheit im Vordergrund, auferlegt sich das Volk heutzutage immer mehr Einschränkungen - z.B. die Beseitigung traditioneller Stammtische durch das Rauchverbot - und belastet gleichzeitig den Staat täglich mit mehr Aufgaben, die nicht seine Sache sind und ihn aufblasen. Die Parole der Freisinnigen „Mehr Freiheit, weniger Staat“ ist in ihre Umkehrung pervertiert. Nach Pirmin Meier gehören die drei Pfeiler Subsidiarität, direkte Demokratie und Freiheit im Sinne der Gründerväter zur Grundausrüstung des schweizerischen Bundesstaates. Doch wenn wir bereits so weit sind, dass anstelle der früheren Landsgemeinden heute Gerichte über Einbürgerungen entscheiden, weil die Verweigerung einklagbar ist, dann ist ein historisch fundamentaler Teil des Staatsaufbaus von unten nach oben verspielt. Spät genug ist Gegensteuer dringend geboten, z.B. wenn nächstens mit der sog. Musik-Initiative - Pflege des Musikalischen - eine klassische Gesellschaftsaufgabe verstaatlicht werden soll. (N.B. Auch der Sport wäre eingentlich Vereinssache.). Der Saal in der „Eintracht“ fasst gut und gern 100 Gäste. Ein hochkarätigerer Referent als Pirmin Meier ist zum Thema europaweit nicht zu orten, der Organisator rührte die Werbetrommel nicht zu knapp - und trotz all dem vermochte der berühmte Titel „O mein Heimatland..!“ nur 16/100 des Potentials vom alternativen Freizeitangebot wegzulocken. Das Gros verpasste ein grossartiges Bekenntnis zu dem, was noch zu retten wäre, und hat damit unrecht (wie das französische Sprichwort sagt). Übrigens: An der vorgängigen GV der SVP Rohrdorferberg wechselte nach vier Jahren das Präsidium von der verdienten Theresia Meier-Wettstein (Remetschwil) zum jungen Leitenden Staatsanwalt Sandro Rossi (Oberrohrdorf). (hrw)

Unter Gottfried Kellers Liedanfang „O mein Heimatland...!“ referierte ein entfesselter
Pirmin Meier am vergangenen Donnerstag in der „Eintracht“ Bellikon. Die SVP Rohrdorferberg
hatte im Anschluss an ihre fünfte Generalversammlung zu diesem attraktiven
Anlass mit dem in Würenlingen aufgewachsenen Metzgerssohn Dr. phil. Pirmin Meier,
Historiker, Schriftsteller und seit 33 Jahren Kantonsschullehrer in Beromünster LU,
geladen, der über schweizerische politische Traditionen und Prinzipien reden sollte.
Der vergleichsweise bescheidene Zuspruch widerspiegelt mit einiger Ironie die heute
obwaltende Haltung gegenüber der Heimat als Versorger und Fallschirm. Das Minimum
von sechzehn Zuhörern entlarvte eindrücklich den Interessenwandel von der
Gründung des Bundesstaates anno 1848 zum heutigen Standard. War damals, wie
Meier an drastischen Beispielen packend schilderte, das Subsidiaritätsprinzip ein tragender
Pfeiler des jungen Staates, so führt heute die Anspruchsmentalität das Zepter.
Subsidiarität bedeutet: Aufbau von unten, die jeweils übergeordnete Ebene soll nur das
übernehmen, was die untergeordnete nicht selber lösen kann, ausgehend von Individuum
und Familie via Verein, Gemeinde, Kanton bis schliesslich zum Bund. Standen damals
die Pflege und Erhaltung der Souveränität und damit der Freiheit im Vordergrund,
auferlegt sich das Volk heutzutage immer mehr Einschränkungen - z.B. die Beseitigung
traditioneller Stammtische durch das Rauchverbot - und belastet gleichzeitig den
Staat täglich mit mehr Aufgaben, die nicht seine Sache sind und ihn aufblasen. Die
Parole der Freisinnigen „Mehr Freiheit, weniger Staat“ ist in ihre Umkehrung pervertiert.
Nach Pirmin Meier gehören die drei Pfeiler Subsidiarität, direkte Demokratie und Freiheit
im Sinne der Gründerväter zur Grundausrüstung des schweizerischen Bundesstaates.
Doch wenn wir bereits so weit sind, dass anstelle der früheren Landsgemeinden
heute Gerichte über Einbürgerungen entscheiden, weil die Verweigerung einklagbar
ist, dann ist ein historisch fundamentaler Teil des Staatsaufbaus von unten nach oben
verspielt. Spät genug ist Gegensteuer dringend geboten, z.B. wenn nächstens mit der
sog. Musik-Initiative - Pflege des Musikalischen - eine klassische Gesellschaftsaufgabe
verstaatlicht werden soll. (N.B. Auch der Sport wäre eingentlich Vereinssache.)
Der Saal in der „Eintracht“ fasst gut und gern 100 Gäste. Ein hochkarätigerer Referent
als Pirmin Meier ist zum Thema europaweit nicht zu orten, der Organisator rührte die
Werbetrommel nicht zu knapp - und trotz all dem vermochte der berühmte Titel „O
mein Heimatland..!“ nur 16/100 des Potentials vom alternativen Freizeitangebot wegzulocken.
Das Gros verpasste ein grossartiges Bekenntnis zu dem, was noch zu retten
wäre, und hat damit unrecht (wie das französische Sprichwort sagt). Übrigens: An der
vorgängigen GV der SVP Rohrdorferberg wechselte nach vier Jahren das Präsidium
von der verdienten Theresia Meier-Wettstein (Remetschwil) zum jungen Leitenden
Staatsanwalt Sandro Rossi (Oberrohrdorf). Hans Rudolf Wehrli

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