Baden – Das Thema „E-Mobilität und Emotion“ lockte eine Rekordzahl an Besucher ins GE-Konnex Gebäude in Baden. Zwei Referenten von Ernst Basler und Partner gingen auf die Entwicklung der Elektromobilität und die Ladeinfrastruktur in der Schweiz ein, zeigten aber auch wie die öffentliche Hand und Energieversorger mit dem Thema umgehen können.  

von Brunhilde Mauthe

Martin Sennhauser, Leiter Energiefachstelle der Regionalwerke AG Baden freute sich über 200 Gäste, die er zum letzten Apéro dieser Saison in Baden begrüssen durfte. Mit dem Thema E-Mobilität scheinen die Organisatoren richtig gewählt zu haben. Denn nicht nur zu den Vorträgen wurden viele Anschlussfragen gestellt, auch beim anschliessenden Apéro fand ein reger Austausch zum Thema statt.

Der Umweltphysiker und ehemalige ETH-Dozent, Peter de Haan, stellte provokativ die Frage in den Raum: „Muss das Auto der Zukunft elektrisch sein?“ Er beantwortete sie gleich selber mit einem klaren „Nein, aber es wird.“ Schwachpunkt wird zwar noch längere Zeit die Batterie sein, die zu schwer und heute im Vergleich zum Verbrennungsmotor noch teuer ist. Grosses Potential sieht er in Kleinstautos. Ausserdem will die Energiestrategie 2050 des Bundes den Benzin- und Dieselverbrauch um 60% verringern. 2014 betrug der Anteil der Elektroautos in der Schweiz 0,9%, Tendenz steigend. Die Schweiz sei auf Kurs und schon 2035 werden gemäss Prognosen die Hälfte der Autos elektrisch und Hybrid mit plug-in unterwegs sein. Eine grosse Herausforderung sieht de Haan in der Bereitstellung der Ladestationen.

Neue Geschäftsfelder für die öffentliche Hand

Roberto Bianchetti, Experte für Elektromobilität, zeigte auf, wie Kantone, Gemeinden und Energieversorger die Elektromobilität nutzen und fördern können. Es gibt Chancen, die es zu verwirklichen gebe, aber auch die Risiken, die zu vermeiden seien. Wichtig ist auch das Thema „graue Energie“. Entscheidend sei, wie der Strom produziert wird, damit die Treibhausbilanz nicht ins Negative kippt. Die Schweiz ist mit dem grossen Anteil an Wasserenergie gut aufgestellt. Bianchetti zeigte auch auf, wie Kantone, Gemeinden oder Energieversorger sich auf die E-Mobilität vorbereiten können. Immer wieder hörte man den Referenten das Wort „Pionier“ in den Mund nehmen; es seien Pioniere, die heute auf E-Mobilität setzen und als solche dürften sie sich auch fühlen.