Pensionierte ABB informieren sich über das Projekt Desertec

Strom aus der Wüste

Bereits seit mehreren Jahren ist es dem VpA ein Anliegen, seinen Mitgliedern Gelegenheit zur Information über Energiefragen zu geben. An einem gut besuchten Informationsvortrag referierte Herr Elio Popolo von der "Energie Zukunft Schweiz" über heutige und zukünftige Energieformen. Nach der Einleitung erfolgte zunächst ein Ueberblick über die aktuelle Situation, über die Anteile der verschiedenen Energieträger und die Bevölkerungsentwicklung. Erneuerbare Energie aus Windkraftwerken, Solaranlagen und aus anderen Quellen werden langfristig einen bedeutenden Anteil zur Ablösung von heute noch gebräuchlichen Stromerzeugungsanlagen übernehmen müssen. Einen spürbaren Anteil wird dabei die Erzeugung von Strom durch Nutzung von Sonnenenergie über thermische Kraftwerke beitragen können. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass in den Wüstenregionen der Erde in sechs Stunden soviel Energie empfangen wird, wie die Menschheit in einem Jahr verbraucht. Schon allein diese Kenngrösse unterstreicht das grosse Potential des Vorhabens DESERTEC nachdrücklich. Dieses sieht vor, solar betriebene Kraftwerke in Nordafrika zu erstellen und den elektrischen Strom in die Vertrauchszentren in Europa zu transportieren. Die wesentlichen technischen Probleme sind bereits gelöst und erprobt. So sind Sonnenkollektoren seit Jahren in Solarkraftwerken in Spanien und den USA in Betrieb, und der verlustarme Stromtransport mittels HGUe Technologie (Hochleistungs-Gleichstrom-Uebertragung) über weite Strecken ist auch bereits im praktischen Einsatz. Problemfelder liegen noch bei der Finanzierung dieses milliardenschweren Projekts und den politischen Unsicherheiten in den nordafrikanischen Ländern. Da das Projekt einen Realisierungshorizont von 40 bis 50 Jahren hat, sind die Projektträger verhalten optimistisch, dass auch hierfür Lösungen gefunden werden können. Das Projekt ist durch namhafte Firmengruppen und Institutionen breit abgestützt, so unter anderem auch durch ABB.

Die anschliessende Diskussion zeigte, wie immens das Interesse an der Lösung der Energiefragen heute ist und noch vielmehr die kommenden Generationen beschäftigen wird.

C.R.

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