Gränichen

Organische Formen und Naturmaterialien als Inspirationsquelle

megaphoneaus GränichenGränichen

MarTina Amato und Christine Fehlmann heissen die Künstlerinnen, die auf Einladung des Gemeinnützigen Frauenvereins vom 3. bis 12. November im Alten Schulhaus auf dem Rütihof ihre Werke ausstellen. Beide arbeiten mit natürlichen Materialien und beiden dient die Natur als Inspirationsquelle.

Die eine töpfert, die andere malt. Ganz unterschiedliche Kunstformen, in der die charakteristische, in langen Jahren erarbeitete Meisterschaft der Beiden zum Ausdruck kommt. Jedes Stück ist ein Unikat, von den Künstlerinnen mit Liebe und Können gemacht. In der gediegenen Ausstellung auf dem Rütihof sind sie harmonisch vereint. Leinwände bleiben bei Christine Fehlmann nicht lange leer. Am besten sprudelt ihre Kreativität, wenn sie sich ohne Vorgabe und Einengung an die Arbeit macht. Ihren Gedanken gibt sie in sanften Farbtönen und in reduzierten oder abstrakten Formen Ausdruck. Ihre Farben, die sie mit Spachteln, Pinseln, manchmal auch mit blossen Händen aufträgt, mischt sie selber. Sie enthalten natürliche Steinmehle, Aschen verschiedenster Hölzer, Naturpigmente und feinste Kreiden. Anders, als im Schulunterricht gelernt, geht sie bei ihren eine meditative Ruhe ausstrahlenden Bildern von der dunkelsten Farbe aus. Manchmal integriert sie auch Collagenmaterial wie Mullberry-Paper aus Thailand, Blätter oder Baumzweige. Sparsam und mit Bedacht verwendetes Blattgold (23,7 Karat) oder andere echte Metallfarben setzen einzelnen Werken Glanzlichter auf. Ein immer wiederkehrendes Motiv sind solo oder in Gruppen angeordnete Gefässe. Für die Künstlerin, die ein Projekt „Kunst in der Kirche“ begleitet, sind sie Symbole für Mensch, Familie, Gemeinschaft.

Auch im Schaffen von MarTina Amato spielen Gefässe in harmonischen Formen und Farben eine wichtige Rolle – aber nicht nur. „Es sind meine liebsten Stücke, die ich hier ausstelle“, verrät sie. Das Spektrum reicht von den witzigen Vogelgestalten, die die Besucher beim Eingang zum Alten Schulhaus“ begrüssen, über die wohlgerundeten Rubensfrauen bis zu den Radiolarien (urzeitliche, einzellige Lebewesen) und von der Natur inspirierten Objekten mit organischem Aufbau oder die „Lampion“-Lampe mit unzähligen aus Ton geformten Blütenkelchen der Physalis-Pflanze. Auf dem Rütihof zeigt sie auch Werkstücke mit quadratischen Formen und intensiven Farben  wie das  „Schmuckkästlein“ mit vier Schubladen. Natürlich dürfen die Engel nicht fehlen. Bei ihrem aufwändigen dreidimensionalen Schaffen nutzt die  Töpferin nicht nur die Materialvielfalt des Tons, sondern auch die unendlichen Möglichkeiten, die sich durch die verschiedenen Aufbautechniken, die Gestaltung der Oberflächen, die unzähligen Varianten mit oder ohne Glasur und die unterschiedlichen Brenntechniken ergeben.

Neue Gesichter im Galeristinnen-Team

An der Vernissage ging Elsbeth Wipf mit viel Einfühlungsvermögen auf das Schaffen und die Persönlichkeiten der beiden Künstlerinnen ein. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von Kathrin Joho (Cello) und Robert Wernli (Fagott). Auch diesmal ist es dem GFG-Galeristinnen-Team mit Lisbeth Baumgartner, Irene Ursprung und Regula Grundler einmal mehr gelungen, den fest im Jahreskalender verankerten Anlass zu einem Höhepunkt im dörflichen Kulturleben zu machen. Nach fünf Jahren jedoch geben sie die Verantwortung weiter und wissen die Organisation der Ausstellung im Alten Schulhaus bei Sabine Stauber, Caroline Hofer, Marlyse Zuber in besten Händen.

Erika Lüscher

Meistgesehen

Artboard 1