Open-air : Oberbaselbieter Ländlerkapelle

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Folklore auf dem Ibergplatz

Ein warmer Sommerabend, Windlichter auf den Tischen, ein Gläschen Roten zur Raclette, dazu urchige Ländlermusik und das alles auf dem Ibergplatz, das hat Atmosphäre. Wer dabei war, lies sich davon gefangen nehmen. Es war der Kulturkreis, der zu diesem Open Air-Konzert eingeladen hatte.
Es war ja nicht irgend jemand, der für die musikalische Unterhaltung sorgte. Die „Oberbaselbieter Ländlerkapelle" ist eine der erfolgreichsten und durch Funk und Fernsehen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte und beliebte Formation, die speziell auch durch die musikalische Begleitung in- und ausländischer Volkstanzgruppen hervorgetreten ist. Zahlreiche Auszeichnungen für das erfolgreiche Schaffen ihres Leiters Urs Mangold, Primarschullehrer und erfolgreicher Komponist zeugen von dem Ansehen, das die Kapelle in Fachkreisen der Volksmusik geniesst. Die Verleihung des Goldenen Violinschlüssels ist der Vorläufige Höhepunkt.
Die mit zwei Klarinetten, Bassgeige und zwei Örgeli besetzte Gruppe unterhielt ihre Gäste zunächst mit alten, klassischen Volksweisen, zu denen bereits nach wenigen Stücken die Zuhörer an einigen Tischen begannen, den Takt mit zuklatschten. Es waren ja auch wirklich alte Bekannte, die man da plötzlich hörte und die dem einen oder anderen zumindest unter anderem Text noch in Erinnerung sind. Da liessen die Musiker die Bräme über den Gotthard fliegen oder im Tannewald eine Holzauktion stattfinden. Ein „Schottisch" übrigens, der seinerzeit auch in Berlin getanzt, aber mit dem Unterschied gesungen wurde, als die Holzauktion nicht im Tannewald sondern im „Jrunewald" stattfand.
Als die Kapelle dann im dritten Teil dann die reine Volksmusik verliess und in die Schlagerkiste griff, liessen sich endlich auch die tanzlustigen Zuhörer nicht lange bitten und schwangen das Tanzbein bis, zur Verblüffung der Kapelle, der „Nagelschmied" gewünscht wurde. Ein klassischer Volkstanz, zu dem sich so etwa acht Paare zusammenfanden und die ihn dann auch schliesslich richtig zelebrierten. Mit einem nicht ganz ernst gemeintem „Guten Abend, gute Nacht" und „Ihr Kinderlein kommet" klang der gelungene Sommerabend aus, zu dem sich der Kulturkreis sicher ein paar Gäste mehr gewünscht hätte, den er aber gleichwohl als schönen Erfolg abbuchen darf.
Johannes Schober

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