Künten

Ohne Zivilschutz keine Bestzeit

megaphoneLeserbeitrag aus KüntenKünten

Das legendäre Skirennen in Wengen wäre ohne die Unterstützung des Zivilschutzes nicht realisierbar. Auch die Zivilschutzorganisation Aargau Ost stellt helfende Hände. Wir zeigen, wo diese am Lauberhorn überall benötigt werden.

Der Zivilschutz unterstützt die Organisatoren etwa bei der Installation der Sicherheitsnetze.

Noch ist es ruhig am Bahnhof Lauterbrunnen. Die Infrastruktur steht. Verpflegungsstände, Infoplakate, Abschrankungen. Alles ist bereit für den ersten Renntag in Wengen. Die Kombination steht an. Zeit bis zum Rennen: vier Stunden und 15 Minuten. Es ist noch dunkel, als die ersten Zivilschützer in die Bergbahn steigen, die sie rauf bringt. Rauf ans Lauberhorn, an diesen legendären Berg. Ihr Arbeitsort: die Piste. Erst müssen sie die Sicherheitsnetze ein letztes Mal prüfen, dann die Tore kontrollieren. Nichts wird dem Zufall überlassen. Alles akribisch geplant.

Insgesamt 2850 Dienstage leistet der Zivilschutz am Lauberhorn. Schon Wochen vor dem Rennen begannen die Vorbereitungsarbeiten. Etwa mit dem Aufbau des Weltcupdorfs, der Tribünen sowie der Sicherheitsnetze. 160 Zivilschützer sind allein in dieser Woche im Einsatz. Davon kommen 45 aus dem Aargau. Die Zivilschutzorganisation Aargau Ost stellt zehn, die Zivilschutzorganisation Aargau Süd 30 helfende Hände.

Tobias Kehrer und Gregor Müller stehen am Fusse des Hundschopfs und blicken zufrieden auf die Piste. Die beiden sind für die Aargauer Zivilschutz-Delegation in Wengen verantwortlich und rapportieren an die drei Einsatzleiter. Bleibt ihr Smartphone ruhig, ist alles gut. Zeit bis zum Rennen: zwei Stunden und 30 Minuten. Das Smartphone schweigt.

Bald schwingen die ersten Aargauer Zivilschützer die Piste hinunter. Aufgrund ihrer orangen Skihosen sind sie unverkennbar. Aufgrund ihrer Arbeit unverzichtbar. Denn ohne die Unterstützung des Zivilschutzes und der Armee wäre das Lauberhornrennen nicht realisierbar. Bei jedem Törchen werden sie sich später positionieren. Gewappnet, um kaputte Törchen zu ersetzen, Netze wiederherzurichten oder gestürzten Athleten zu helfen. Jeder Handgriff muss sitzen. Während des Wettkampfs werden ihnen jeweils nur 30 Sekunden für Korrekturen bleiben. So knapp sind die Zeitabstände zwischen den Athleten.

Zivilschützer im Einsatz unterhalb des legendären Hundschopfs.

Zeit bis zum Rennen: eine Stunde und 30 Minuten. Die Zivilschützer ziehen sich zurück, denn mittlerweile sind die Stars auf der Piste. Besichtigungszeit. «Unsere Zivilschützer sind alle freiwillig hier, weil dieser Einsatz eben auch ein Erlebnis ist», sagt Tobias Kehrer und lächelt. Mittlerweile lächelt auch die Sonne. Die Bedingungen sind wunderbar.

Zeit bis zum Rennen: wenige Augenblicke. Die Zivilschützer sind längst auf ihren Posten. Die Zuschauer ebenso. Nach wochenlanger Vorbereitungszeit gehen die 90. Lauberhornrennen endlich los. Der Norweger Aleksander Aamodt Kilde eröffnet das Spektakel. Gleich nach ihm geht mit Justin Murisier der erste Schweizer ins Rennen. Es wird laut. Und etwas später still. Der Norweger Adrian Smiseth Sejersted stürzt bei der Minschkante schwer, fliegt in die Auffangnetze. Zivilschützer eilen zu ihm, helfen umgehend. Die Entwarnung kommt erst später: Sejersted hat sich glücklicherweise nicht schwer verletzt.

Es ist ein intensiver Tag für die Skicracks in Wengen, aber eben auch für die Zivilschützer. Und es folgen mit der Abfahrt, dem Slalom und dem Abbau noch so manche. An diesem Nachmittag gibt es aber eine erste Belohnung. Der Schweizer Loïc Meillard beendet die Kombination auf dem guten vierten Rang. Die Fans jubeln. Auch jene in Orange.

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