Im Forum Bad Zurzach trafen sich am letzten Donnerstagabend über zwei Dutzend Zurzacherinnen und Zurzacher um mit Peter Lude in einem offenen Gespräch zu diskutieren.
Es hatte die SP Ortspartei eingeladen, die den parteilosen Peter Lude als Kandidaten für den Gemeinderat von Bad Zurzach unterstützt. Gaby Landolt bereitete ein feines Apéro-Buffet zu und so entstand rasch eine angeregte Diskussion.
Peter Lude schilderte zuerst seinen Werdegang nach seinem schweren Badeunfall. Trotz Querschnittlähmung beendete er in der Kantonsschule Wettingen die eidg. Matur, absolvierte in Bern sein Studium mit anschliessender postgradualer Psychotherapieausbildung und qualifizierte sich ergänzend mit der Dissertation für die Forschung. Jetzt arbeitet er selbstständig in eigener Praxis als psychologischer Psychotherapeut. Daneben ist er Co-Leiter einer internationalen, psychologischen Längsschnitt-Studie im Bereich Querschnittlähmung. Sein dritter Arbeitsbereich umfasst einen Lehrauftrag für Rehabilitationspsychologie an der Zürcher Fachhochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW. Das einst von Sir Ludwig Guttmann formulierte Ziel der Rehabilitation, nicht nur zu überleben und Dauerpatient zu bleiben, sondern „pay taxes" - also Steuerzahler zu werden - hat er ernst genommen und gemeinsam mit seiner Frau erreicht. Damit würdigt er auch die Verdienste unserer Gesellschaft für Schwache und Aussenseiter.
Die erste Frage war die nach der nötigen Zeit für ein Gemeinderatsamt. Für Peter Lude ist klar, dass er sich die nötige Zeit nehmen und klare Prioritäten setzen muss. Er hat aus Erfahrung gelernt, sich auf alle wichtigen Dinge zu konzentrieren, diese konsequent anzugehen und vieles geschickt unter einen Hut zu bringen. Er ist es gewohnt, sowohl alleine als auch im Team zu arbeiten. Für die Tätigkeit im Gemeinderat wünscht er sich eine gute Teamarbeit.
Auf Schwerpunkte oder Vorlieben, im Falle einer Wahl angesprochen, schmunzelte Peter Lude zuerst. Von beruflicher Seite her wäre natürlich der Zugang zum Gesundheitswesen und zu Sozialbelangen naheliegend. Doch auch das Bildungssystem sowie die Jugendförderung liegen ihm am Herzen und er werde sich sicher für eine gute Schule in Bad Zurzach und im Bezirk sehr einsetzen. Durch seinen persönlichen Werdegang kam er mit vielen Behörden- und Amtsstellen in Kontakt. So entwickelte er gezwungenermassen auch ein gewisses Interesse an der „Juristerei".
Von verschiedenen Teilnehmern wurde Peter Lude gefragt, was er in Bad Zurzach ändern will, resp. auch, was ihm hier speziell gut gefällt, und wo er Bad Zurzach mit seinem Marketing-Konzept in fünf, zehn und fünfzehn Jahren sehe. Er schätzt den Flecken mit seinen charakteristischen Zügen. Auch die vielen kulturellen Aktivitäten und die Vorzüge des gesamten Kurortes gefallen ihm sehr. Ändern möchte er, wen erstaunts, die zunehmende Lärm- und sonstige allgemeine Belastung durch den Strassenverkehr. Bei der Entwicklung des Fleckens und Projekten wie beispielsweise dem Golfplatz ist für ihn nicht entscheidend, was es für Bad Zurzach bringt, sondern was es für die Bevölkerung von Bad Zurzach bringt. Er möchte sehr wohl den Flecken vorwärtsbringen und aktiv mitgestalten, denn hier fühlt er sich verwurzelt. Zurzacherinnen und Zurzacher müssen sich in Bad Zurzach wohlfühlen können -¬ es muss wert sein, hier zu leben ¬-, nicht zuletzt deshalb, damit dieser Funke auch auf die Bad- und Kurort-Gäste überspringt. Wir brauchen die Belebung weniger von aussen als viel mehr von innen heraus. Nur ein lebendiger Flecken sei für Gäste ein attraktiver Ort.
Es war ein offenes und ehrliches Gespräch mit Peter Lude. Man spürte, Peter Lude will sich mit seinem Wissen und Können voll und ganz für die Bevölkerung von Bad Zurzach einsetzen. (wne)