Niederwil (AG)

Ökumenischer Gottesdienst und „Zmittagtisch“ in Niederwil

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Reise Kirchenchor (12).JPG

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Die reformierte Arbeitsgruppe, die katholische Kirchgemeinde, die beiden Frauen­vereine sowie Jungwacht und Blauring führen gemeinsam die Fastenaktion in Nie­derwil durch. Mit dem Erlös aus dem Anlass werden zwei ökumenische Projekte un­terstützt:

Burkina Faso: Mit vereinten Kräften gegen den Fluch der Baumwolle

Mit dem Baumwollanbau ist Geld zu verdienen. Deshalb setzte man auch in Gossina, im Westen von Burkina Faso, grosse Landstücke für den Anbau ein. Doch jetzt wan­deln sich die Baumwollplantagen zur Bedrohung. «Die Monokulturen hinterlassen einen ausgelaugten und pickelharten Boden. Für die Bevölkerung wird es immer schwieriger, genügend Hirse anzubauen», erklärt Toni Michel, der Leiter einer loka­len Partnerorganisation von Fastenopfer.

Mit altem Wissen gegen den Hunger

Gemeinsam mit den Kleinbauernfamilien sucht er nach Lösungen gegen die Hunger­krise. So haben sie die uralte Anbaumethoden «Zai» neu entdeckt: Auf den Feldern werden kleine Steinmäuerchen angelegt, die den Regen besser zurückhalten. Die Hirse wird wie früher in kleine Gruben gesät. Dort bleibt der Boden länger feucht.

Bessere Ernte, weniger Hunger

«Die Methode ist arbeitsintensiv, aber der Erfolg lässt sich sehen», bestätigt Toni Michel und zeigt stolz die neuen Getreidefelder. In diesem Jahr haben sie die Hirse­ernte in Gossina um 20 Prozent steigern können. Die Zeit des Hungers, wenn die Speicher leer sind, hat sich von drei Monaten auf wenige Wochen verkürzt.

Bangladesh: Fair produzierte Kleider durch wirksame Kontrollen

Die wenigsten Kleidermarken haben eigene Fabriken. Das macht es schwieriger, auf die schlechten Arbeitsbedingungen in der Textilbranche Einfluss zu nehmen», erzählt Shatil Ara aus Bangladesh. Sie ist Mitarbeiterin der Fair Wear Foundation, zu deren Schweizer Gründungsmitgliedern auch Brot für alle und Fastenopfer zählen.

Um die Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter zu verbessern, setzt sich die interna­tionale Organisation dafür ein, dass Marken und Fabriken enger zusammenarbeiten. Heute sind bereits über 120 Textilmarken bei der Fair Wear Foundation: «Wer uns beitritt, verpflichtet sich dazu, entlang der Zulieferkette grundlegende Arbeitsrechte um zu setzen. Zum Beispiel für existenzsichernde Löhne und aus reichende Sicher­heit am Arbeitsplatz zu sorgen.»

Die Fair Wear Foundation wiederum überprüft bei den Marken und den Fabriken, ob die geforderten Standards auch tatsächlich eingehalten werden. Wie in Bangladesh: Dort kontrolliert Shatil die Arbeitsbedingungen in den Fabriken und klärt Arbeiterin­nen und Arbeiter über ihre Rechte auf. Stellt sie Probleme fest, sucht sie gemeinsam mit den Textilmarken und -produzenten nach Lösungen. Ein Prozess, der nicht im­mer einfach ist. Doch das Ziel ist klar: Kleider, die die Bezeichnung «fair» wirklich verdienen.

Mit der Organisation der Fastenaktion möchten die Niederwiler einen Beitrag zu we­niger Hunger und zu mehr fair produzierten Kleidern leisten.

Der Gottesdienst mit Pfarrer Hans E. Jakob und Gemeindeleiter Markus Leutenegger beginnt am Sonntag, 16. März, um 10.15 Uhr in der Mehrzweckhalle. Kinder der Mit­telstufe mit ihren Katechetinnen Barbara Pedrazzini und Maria Ochs wirken dabei mit. Der kath. Kirchenchor unter der Leitung von Brigitte Koch singt afrikanische Lie­der. Begleitet werden sie von Mitgliedern der Band RefleXions.

Die reformierte Arbeitsgruppe, die kath. Kirchgemeinde, die Frauenvereine, Jung­wacht und Blauring Niederwil laden die gesamte Bevölkerung ein, den ökumenischen Gottesdienst zur Fastenzeit mitzufeiern und anschliessend ab zirka 11 Uhr bei Gha­ckets, Hörnli, Salat und Apfelmus gemütlich miteinander zu essen und zu plaudern. Kaffee und Kuchen werden ebenfalls zum Kauf angeboten. Der Erlös geht an die Projekte in Burkina Faso und Bangladesh.

Cornelia Stutz, Kath. Kirchenpflege

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