Wenn an einem regnerischen Sonntagnachmittag auf dem Areal des Klosters Königsfelden in Windisch Scharen von Bussen vorfahren, viele fröhliche und gutgelaunte Menschen  aussteigen und Richtung Klosterkirche laufen, muss etwas ganz Spezielles stattfinden.

In der vollbesetzten Klosterkirche findet traditionsgemäss am Bettag-Nachmittag ein ökumenischer Gottesdienst als Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung, ihren Angehörigen sowie Besucherinnen und Besuchern aus dem ganzen Aargau statt.

Die Reformierte Landeskirche, Aargau und die Römisch-Katholische Landeskirche, Aargau luden zu diesem Gottesdienst unter der Leitung von Martin Schaufelberger, Agnes Oeschger und Sarah Bütler, ein.

Der Gottesdienst wurde mit einer musikalischen Darbietung von Sabino Guanci (Klavier) Sabine Hess und Christina Leistner (beide Querflöte) eröffnet. Nach den Begrüssungsworten durch Agnes Oeschger sang die Gottesdienstgemeinde zusammen in der vollbesetzten Kirche das Lied «Di warmi Sunne am Himmelszält», welches die Herzen der Teilnehmer spürbar erwärmte.

Die Warteschlange am traditionellen «offenen Mikrofon» war auch dieses Mal wieder lang. Viele Teilnehmende sprachen spontan ein Grusswort oder sangen ein kurzes Lied. Dabei erhielten sie grossen Beifall, so wie auch Salvi Rizza aus Wohlen, der in diesem Gottesdienst mit bekannten und wunderschönen Liedern von Semino Rossi sein Comeback als Entertainer feierte.

Der Gottesdienst stand unter dem Titel «Wänn sis Wort uf fruchtbare Bode fallt»

Sarah Bütler, Beauftragte für Menschen mit Behinderung, präsentierte mit Frauen und Männern der Stiftung Schürmatt (Zetzwil) ein Anspiel zum Gleichnis «de Säämaa».

In diesem Theater wurde der Bauer eindrücklich von Martin Lüber dargestellt während Sarah Bütler die Geschichte erzählte und die anderen Schauspieler Sonne, Regen und die Raben darstellten.  Die Samen, welche auf den Weg gefallen sind und von den Raben aufgepickt wurden, können sinnbildlich für die Menschen stehen, die von Gott gehört haben, aber ihn schnell wieder vergessen.Auch zwischen Steine, Dornen und Gestrüpp fielen die Samen und konnten auch nicht wachsen. Zuletzt aber fielen zahlreiche Samen auf guten Boden und so konnte das Getreide zu wunderschönen Ähren heranwachsen.  Unser Herz ist dieser gute Boden! Wir müssen bereit sein, die lebensspendenden Worte von Gott anzunehmen, auf sie zu hören und Gott in unser Herz lassen, dass er berühren und verändern kann.

Mit dem Lied «Gott häd di lieb», dem Segen und der Ausgangsmusik durch die Musiker schloss die besinnliche Feier. Im Anschluss konnten sich die Besucherinnen und Besucher im Begegnungszentrum bei einem Zvieri mit Brot, Wienerli und feinen Mohrenköpfen stärken und das Erlebte bei gemütlichen zusammen sein ausklingen lassen.