Ganz im Sinne des Freilichttheaters „Die Teufelsuhr“ wurde auf der stimmungsvollen Bühne im Mittleren Steinbruch ein ökomenischer Sonntags-Gottesdienst gehalten mit den beiden Pfarrherren Martin Schweizer und Peter Gaida, umrahmt mit Liedern teilweise aus dem Theater, gesungen von mitwirkenden SchauspielerInnen des Nonnen- und Mönchchors und begleitet von MusikerInnen des Theaterorchesters. Mit einer Schweigeminute gedachte man der im Februar 2011 verstorbenen Klosterfrau und Schriftstellerin des Theaterstückes, Silja Walter, welches sie als Chronikspiel im Jahre 1970 zur 1100-Jahr-Feier für Würenlos schrieb und des im Januar 2013 verstorbenen Jazz-Musikers, George Gruntz, der die Musik dazu komponierte. Beide durften noch vor ihrem Tod mit Freude von der Wiederaufführung erfahren. Die Witwe Lilly Gruntz und ihr Sohn Felix mit Frau wohnten der Feier bei.

In der anschliessenden Matinée ertönten zarte Harfenklänge von Aite Ursa Tinga in der einzigartigen sonnenbeschienenen Naturkullisse des Steinbruchs. Sie entführte die grosse Zuhörerschaft unter dem Titel “Where the Windrose seeds“ in die Welt des Saitenspiels aus „Tristan“, 12. Jahrhundert, Frankreich; Tango Triste von A.R. Ortiz, Venezuela und eigenen Kompositionen, mit dazwischen eingewobenen eigenen Gedichten. Eines über die Sonnenblume, die die Furchtlosen, die Spatzen, durch den Winter füttert sowie ein anderes in Englisch über das immergrüne Efeu, welches im Erblühen für die Herbstbienen noch reichlich Nahrung gibt vor dem Wintereinbruch.

Nicht nur die symbolische Turmuhr auf der Theaterbühne stand still, auch für die Zuhörerinnen und Zuhörer hielt die Zeit in dieser entrückten Stunde einen Moment inne.

Alexandra Zihlmann