Letztes Jahr läuteten die Reformierten des Kantons Aargau das 500-Jahr-Jubiläum der Reformation mit der Eröffnung des „Wegs der Reformation“ ein. Aus diesem Grunde organisieren die Kirchgemeinde Muri-Sins Wanderungen in mehreren Etappen auf diesem Weg, unter der Leitung von Kirchenpfleger Hans Kaufmann. Am letzten Freitag war der Beginn und zwar bei der Reformierten Kirche in Reinach. Die Reinacher nahmen unter der Herrschaft der Berner, mehr oder weniger freiwillig, den neuen Glauben an. Da früher die Reinacher im Nachbardorf Pfeffikon LU zur Kirche gingen, doch die Luzerner beim alten Glauben blieben, war der Weg nach Gontenschwil zu beschwerlich und zu weit. So wurde der Bau einer eigenen Kirche unumgänglich. 1529, ein Jahr nach dem Baubeschluss, wurde das Gotteshaus auf der Anhöhe Kapf bereits eingeweiht. Die Bauweise war noch der Art den katholischen Kirchen nachempfunden. All dieses historische Wissen vermittelte der Murianer Pfarrer Michael Rahn.

Auf dem Weg nach Unterkulm besuchten die 18 Kirchenwanderer die Stiftung Schürmatt mit einer Führung durch die Schulräume. Diese wurde 1963 durch die Reformierte Landeskirche des Kantons Aargau gegründet um dem damals grossen Mangel an Ausbildung- und Wohnplätzen für Menschen mit einer Behinderung zu begegnen. 

Der kurze Schluss der Wanderung führte nach Unterkulm, wo die Pfarrkirche besucht wurde. Hier handelt es sich um ein Gotteshaus, in dem Reformation konsequent durchgeführt wurde, mit Bildersturm und Übertünchen der Malereien. Teile davon wurden vor gut 40 Jahren bei einer Renovation wieder entdeckt und so gut wie möglich belassen und restauriert. Schliesslich ist man inzwischen zum Glück auch in dieser Hinsicht viel toleranter geworden.

Am 21. September 2018 folgt die Fortsetzung. Die Kirchen Gränichen, Suhr und Aarau sind dann das Reiseziel. Interessierte melden sich schon jetzt bei hskaufmann@gmx.ch.

Hans Kaufmann