Was tue ich, wenn ich mit meinen Kollegen auf dem Velo unterwegs bin und einer stürzt? Als diese Frage einer Lehrerin der Oberstufe Lengnau, Kreisschule Surbtal, gestellt wurde, war ein Projekt geboren. Von Montag bis Mittwoch durchliefen alle Klassen einen Nothelferkurs. Freiwillige aus den dritten und vierten Klassen legen am Samstag eine Prüfung ab. Sechs Samariter der Samariter vereine Lengnau und Endingen gliederten sich in den Unterrichtsalltag ein. Die Lehrerinnen Cornelia Schneider und Renate Heep gestalteten die Stundenpläne und organisierten die Raumverteilung. Pausen wurden verschoben. Lehrer führten bei den Samariterstunden mit Aufsicht. Aber das wäre gar nicht notwendig gewesen. Die Jugendlichen liessen sich von der Praxis begeistern. An Puppen wurde Herzmassage und Mund zu Mund Beatmung geübt. Verbände wurden gelegt. Am letzten Tag bekam eine der Sanitäterinnen einen Hustenanfall. Spontan einzugreifen getrauten sich die Jugendlichen noch nicht. Nachdem sie zum Helfen aufgefordert worden waren, kam die Hilfe professionell. Manche zeigten sich ängstlich, andere couragiert. Am Ende waren die Druck- oder andere Verbände angelegt, der Patient getröstet und zufriedenstellend versorgt, die Ausbilder zufrieden. Auf Wunsch der Schüler zeigten die Endinger Sanitäter wie schwierig es ist, einen verunfallten Motorradfahrer zu betreuen. Der Verdacht auf eine Verletzung der Wirbelsäule fordert besondere Vorsicht. Es braucht Übung, einen Kopf ruhig zu halten. Immerhin wiegt er 7 Kilo und der Helfer oder die Helferin knien oder liegen bei dem Verletzten. Viel Einfühlungsvermögen wurde in diesen Stunden von den Jugendlichen erwartet.
Beide Vereine bieten gerne Kurse für Schulen an. Auffrischungskurse für Lehrer sind ebenso erfolgreich wie Schülerkurse. (mma)