Riniken

Neuer Lebensraum für den «Glögglifrosch»

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Die Geburtshelferkröte zählt in der Schweiz zu den stark gefährdeten Amphibienarten. Ihr Rückgang wurde, wie so oft, durch die Zerstörung ihres Lebensraums verursacht. In Riniken versuchen engagierte Naturschützer neue Lebensräume für die sympathischen «Glögglifrösche» zu schaffen resp. bestehende zu vernetzen. Dem Aufruf zum Arbeitseinsatz für den Biotopbau folgten über 30 freiwillige Helferinnen und Helfer.

In lauen Frühlings- und Sommernächten kann man bisweilen den Ruf der Geburtshelferkröte hören. Er tönt wie das helle Anschlagen eines Glöckleins, weshalb das Tier im Volksmund auch «Glöggli­frosch» genannt wird. Manche erinnert der Ruf auch an kurze, hohe Flötentöne oder gar Funksignale. Speziell an dieser Amphibienart ist, dass sich die Männchen um die Brutpflege kümmern − daher der Name Geburtshelferkröte. Nach der Paarung wickelt sich der Krötenmann die Laichschnüre um Beine und Hinterleib und schützt so den Nachwuchs, bis dieser zum Schlüpfen bereit ist. In dieser Zeit verkriecht sich das Männchen am liebsten in Steinhaufen. Sobald die reifen Eier in Kontakt mit einem Gewässer kommen, schlüpfen die Larven.

Eine Bestandesaufnahme von Pro Natura Aargau hat gezeigt, dass in Remigen und Rüfenach zwei gut besetzte Standorte der Geburtshelferkröte vorhanden sind. Um weiteren Lebensraum zu schaffen und die schwächer besetzten Standorte in Riniken und am Bruggerberg zu vernetzen, hat der einheimische Naturschützer André Salm mit Unterstützung durch Pro Natura ein Konzept erarbeitet. Dieses umfasst neben der Schaffung von vier neuen Feuchtbiotopen auch die Vernetzung der einzelnen Standorte mittels naturnaher «Korridore», bestehend aus Hecken, Stein- und Asthaufen sowie Buntbrachen.

Grossartiger Arbeitseinsatz

Dem Aufruf von André Salm zum Arbeitseinsatz für den Biotopbau am Samstag, 12. Novem­ber 2016, folgten über 30 freiwillige Helfer, u.a. von der Natur-Pflegegruppe Riniken und BirdLife – Naturschutz Brugg und Umgebung. In vier Arbeitsgruppen galt es, die zuvor maschinell ausgehobenen Gruben in Feuchtbiotope zu verwandeln. Zu Beginn verlegte Vlies-Bahnen dienen als Unterlage zum Schutz der Teichfolie. Anschliessend waren alle Helfer beim Einbringen der schweren Abdichtfolie gefordert – beim grössten Biotop mit einer Folienfläche von 15 x 15 Metern kein einfaches Unterfangen. Nun folgte die eigentliche Knochenarbeit: der Boden der Biotope wurde mit Bollensteinen ausgelegt. Von Hand, mit «Garetten» und Unterstützung eines Landwirts mit Traktor-Frontlader wurden die schweren Steine vom bereitliegenden Haufen ins Biotop befördert und sorgfältig verlegt. Am Ende des Arbeits­tages war es für alle ein schönes Gefühl, einen Beitrag für Fauna und Flora geleistet zu haben. Bei einem weiteren Arbeitseinsatz am 26. November 2016 gilt es, unter anderem den «Bodenbelag» fertigzustellen und den sauberen Abschluss der Teichfolie vorzunehmen.

Mit etwas Glück kann man vielleicht schon im nächsten Jahr die «Glögglifrösche» in den neu geschaffenen Biotopen rufen hören. Dann wird auch die Umsetzung der Vernetzungsprojekte und der weiteren Aufwertungsmassnahmen in Angriff genommen. Davon profitieren weitere bedrohte Arten wie Hermelin, Wiesel, Vögel, Reptilien und andere Amphibien.

Wer am Samstag, 26. November 2016 mithelfen möchte, melde sich bitte bei André Salm, Riniken, Tel. 079 685 56 20.

(Text und Bilder: Beni Herzog, Villnachern)

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