Niederlenz

Neue Waldränder, neue Veranstaltung

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Niederlenz Aus dem traditionellen Waldarbeitstag wurde der Natur und Waldtag

Eine motivierte Gruppe von Niederlenzerinnen und Niederlenzern, darunter auffallend viele Kinder, trafen sich zu dieser traditionellen, dieses Jahr aber neu gestalteten Veranstaltung. Willi Bürgi, Präsident der Forstkommission wies eingangs auf Veränderungen im Waldbau hin, die auch Einfluss auf organisatorische Veränderungen beim traditionsreichen Waldarbeitstag gehabt hätten. Marcel Zurbuchen, Revierleiter beim Forstbetrieb Lenzia und ein Teil seines Teams  orientierten anschliessend über diese Veränderungen in der Praxis. Besonders spannend waren die Ausführungen, warum sich gerade der Waldrand beim diesjährigen Treffpunkt, dem Klubhaus des Kynologischen Vereins in den letzten Tagen markant verändert hat. Zwei Drittel aller grossen, an sich schönen Bäume am Waldrand wurden bewusst gefällt. Für die Natur sei es wichtig, so Zurbuchen, dass der Übergangsbereich von der Landwirtschaftszone in den Wald fliessend erfolgt. Dass im Waldrandgebiet mehr Licht einfällt, mehr Sträucher und Kräuter statt einzelner grosser Bäume wachsen und somit mehr Lebensraum für viele verschiedene Lebewesen entsteht. Ein Baumriese wurde anschliessend in einer eindrücklichen Demonstration gefällt und mit einem modernen Forstschlepper aufgerüstet. In kurzer Zeit war nicht mehr viel zu sehen und die stolze Buche war Teil eines grossen Schnitzelholzstapels an der Herrengasse geworden. Eine Gruppe von  Teilnehmerinnen und Teilnehmern säuberten anschliessend noch den Waldrand von kleineren, beim Holzen abgebrochenen Ästen. Die entstandenen Asthaufen erinnern noch einige Zeit an diesen Tag. Sie gewähren aber vor allem vielen Tieren Unterschlupf. Nicht nur dieser Waldrand im Gebiet Neumatten an der Herrengasse, sondern auch der Waldrand im Hardi, östlich des alten Scheibenstandes und Teil des Waldstückes entlang der alten Bahnlinie in der Wilägerte sind Teil einer Vereinbarung über Naturschutzmassnahmen zwischen dem Kanton Aargau und der Ortsbürgergemeinde Niederlenz im Sinne der beschriebenen Massnahmen. Zeichen dieser Naturschutzmassnahmen sind beispielsweise auch einzelne gefällte, aber nicht weiter verarbeitete Bäume in diesen Waldrandbereichen.  

Auf dem rekultivierten Gebiet der Kiesgrube haben die Kinder mit einzelnen Erwachsenen den ehemaligen, in der Mitte des vorigen Jahrhunderts gerodete Waldrand auf einer Länge von etwa 50 Metern wieder „hergestellt“ und neu bepflanzt. Ganz im Sinne der heutigen Erkenntnisse über wertvolle Waldränder, mit relativ wenig Bäumen, aber mit vielen verschiedenen Sträuchern. Gepflanzt wurden unter anderem auch Kirschbäume aus Niederlenzer Nachzucht. Im Niederlenzer Wald gedeihen wertvolle Waldkirschenbäume. In Forstbaumschulen werden die werden aus den gesammelten Kirchsteinen junge Bäumchen aufgezogen. Einige dieser Jungpflanzen sind nun wieder „heim nach Niederlenz gekommen“.

Nach einem, vom Kynologischen Verein gespendeten Apéro erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Esther Krummenacher, ökologische Beraterin, noch viel Spannendes über die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen in der Kiesgrube und entlang der alten Bahnlinie. Höhepunkt war die Rettung von Amphibienlaich aus Tümpeln, die am Austrocknen sind in Weiher mit sicherem Wasserstand. Von Stadtoberförster Frank Hämmerli gab es zum Schluss noch etwas über die „Altholzinsel“ zwischen dem alten Bahngleis und dem Aabach zu hören. Auch eine Naturschutzvereinbarung mit dem Kanton, wonach auf Holzschlag in einem begrenzten Gebiet auf lange Zeit verzichtet wird. Bei Wurst und Brot, bei Nussgipfel und Kaffee ging eine gelungene Veranstaltung in und um die gemütliche „Hundehütte“ in Niederlenz zu Ende.    

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