Wohlen (AG)

Nein zum gläsernen Politiker

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„Hosen runter!“, das ist die unmissverständliche Forderung der Aargauer Jungsozialisten, die am 28. September 2014 ihre Transparenzinitiative zur Abstimmung bringen. Diese fordert auf allen politischen Ebenen gnadenlose Transparenz. Egal ob Schulpflegemitglied oder Regierungsrat, wer sich für ein Amt zur Verfügung stellt, soll seine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse offenlegen müssen, andernfalls wird er von der Wahl ausgeschlossen und sogar mit Busse bestraft.


Mit der vorliegenden Initiative soll das Vertrauen der Aargauer Bevölkerung in die Politik wieder hergestellt werden. Ich sage, diese Initiative stellt einen beispiellosen Vertrauensbruch dar. Als Politiker wird man vom Volk gewählt. Um gewählt zu werden braucht es das Vertrauen, dass der oder die Kandidatin die ihm übertragenen Aufgaben gewissenhaft und zum Wohle der Allgemeinheit erfüllt. Die Juso stellen aber sämtliche Politiker unter den Generalverdacht von der Wirtschaft gekauft zu sein und keine eigene Meinung mehr zu haben.


Der Schutz der Privatsphäre wird in der Schweiz immer noch – zu Recht – hochgehalten. Ich frage Sie, gilt das nicht auch für Politiker? Sind diese denn nicht auch Bürger, deren Privatsphäre es zu respektieren gilt? Diese populistische Initiative aus der sozialistischen Mottenkiste tritt diesen elementaren Bestandteil unserer Gesellschaft mit Füssen. Glauben Sie wirklich, dass sich noch jemand für ein politisches Amt zu Verfügung stellen wird, wenn dafür er oder sie sich dafür zuerst entblössen muss und eine erfolgreiche Wahl nicht einmal garantiert ist?


Diese Initiative ist undurchdacht und stärkt kein bisschen das Vertrauen in die Aargauer Politik. Im Gegenteil, das Grundvertrauen zwischen Bürger und Volksvertreter wird dadurch zerstört. Ich sage am 28. September nein aus Überzeugung – auch Politiker haben ein Recht auf Privatsphäre!


Jan L. Severa, Einwohnerrat Wohlen

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