Holzrüti (Niederrohrdorf)

Natur- und Vogelschutzverein besuchte Vogelwarte

megaphoneaus Holzrüti (Niederrohrdorf)Holzrüti (Niederrohrdorf)

Der Natur- und Vogelschutzverein Niederrohrdorf nahm an einer Führung durch die Vogelwarte Sempach teil

Um 10 Uhr fanden sich rund 28 Teilnehmende, welche in Fahrgemeinschaften angereist waren, vor der Vogelwarte in Sempach ein. Wir wurden von Herrn Hirschheydt herzlich begrüsst und in den Vorführraum geführt. Bereits prasselten erste Eindrücke auf uns ein. Eine Vielfalt von Präparaten einheimischer Stand- und Zugvögel blickten uns aus der grossen Vitrine entgegen. Fein säuberlich waren deren Namen angeschrieben und per Knopfdruck konnte man die entsprechende Vogelstimme vernehmen.
Indes wartete eine Führung auf uns. So nahmen wir Platz und lauschten den Ausführungen von Herrn Hirschheydt. Eine 25-minütige Tonbildschau sollte uns die Basisinformationen zur Station vermitteln. Sie stellte uns mit eindrücklichem Bildmaterial und prägnanten Erklärungen im ersten Teil die verschiedenen Landschaftstypen und deren Vogelvertreter vor, wobei jeweils Besonderheiten eines Vogels herausgehoben wurden. So erfuhren wir unter anderem, dass der Eichelhäher 11 kg Vorrat an rund 6000 Orten versteckt und diese dann im Winter grösstenteils wieder findet. Der Rüttelflug eines Turmfalken konnte bewundert werden. Beim Haussperling werden in Deutschland und England Bestandseinbrüche festgestellt, deren Ursachen noch nicht geklärt sind. Der zweite Teil leitete zu den Veränderungen über. Von den 195 in der Schweiz lebenden Brutvogelarten sind 77 Arten bedroht. Rund 1000 ehrenamtliche Mitarbeiter der Vogelwarte helfen mit ihren Beobachtungen, dass Veränderungen in der Vogelwelt frühzeitig erkannt werden und rechtzeitig entsprechende Massnhmen ergriffen werden können.Die Vogelwarte arbeitet eng mit dem SVS/Birdlife Schweiz und dem Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BAFU)zusammen. Die Schweiz ist für Vögel ein Rast- und Überwinterungsplatz von internationaler Bedeutung. Daher haben sich die genannten Organisationen im Programm ‚Artenförderung Vögel Schweiz‘ zum Ziel gesetzt, den 50 gefährdetsten Vogelarten mit verschiedenen Aktionsprogrammen zu helfen. Gezielt wird der Erhalt von Vogelarten verfolgt. Dies bedeutet, dass ein Netz mit andern Helfern aufgebaut werden muss. So wird zum Beispiel beim Auerhuhn die Zusammenarbeit mit den Förstern, beim Rebhuhn und der Rauchschwalbe der Kontakt zu den Landwirten gesucht, vertieft und gepflegt. Es werden Projekte umgesetzt: Vögel, die mit einem Sender ausgestattet sind, geben Auskunft über ihre Raumnutzung und ihr Verhalten bei der Nahrungssuche. Radaruntersuche liefern Ergebnisse zum Vogelzug. Die Vogelwarte nimmt zu aktuellen Ereignissen Stellung in den Medien, machen die Bevölkerung auf Veränderungen aufmerksam. Mit Hilfe ihrer mit 10'000 Büchern ausgestatteten Bibliothek wird Wissen bewahrt und weitergeleitet.
Im Anschluss an die Tonbildschau gab uns Herr Hirschheydt kompetent Antwort auf unsere Fragen. So erfuhren wir auch, dass bei den Vögeln wie auch in der übrigen Tierwelt für die Eltern gilt: Viele Jungen bekommen wenig Betreuung, wenig Junge benötigen starke Betreuung, damit die Art überleben kann.Wir wurden auf verschiedene Merkblätter aufmerksam gemacht und über die Pflegestation orientiert.
Während dem anschliessenden Spaziergang durch die Aussenanlage wurde uns das Projekt ‚Glasscheibe‘ erklärt und vor Auge geführt. Mit diesem Projekt soll herausgefunden werden, welches Glas von den Vögeln wahrgenommen wird, damit künftig weniger Vögel gegen Glasscheiben fliegen und infolge dieser Kollision sterben. Weiter konnten wir uns ein Bild von Nisthilfen für Wildbienen machen und die Kleinstrukturen, wie sie in einem naturnahen Garten angelegt werden können, in Natura betrachten. Bei der Voliere endete unsere Führung. Beruhigend war zu hören, dass in dieser Voliere Vögel gehalten werden, welche nach ihrem Aufenthalt in der Pflegestation nicht mehr ausgewildert werden können, weil sie in der Wildbahn durch ihre bleibende Behinderung nicht lange überleben könnten. So dienen sie nun allen Vogelinteressierten zum Kennenlernen der verschiedenen Arten mit Auge und Gehör.
Bereichert durch die interessante Führung und beeindruckt von der Arbeit dieser Station verliessen wir nach Mittag die Vogelwarte Sempach.

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