Rund 20 Interessierte folgten der öffentlichen Einladung der SP Wohlen zu den Ausführungen über die Frühlingssession von Nationalrat Max Chopard-Acklin und Nationalrat Cédric Wermuth anlässlich der „Berner-Suppe“ in der Kulturbeiz Chapellehof in Wohlen.

„Wo Swiss draufsteht, muss meiner Meinung nach auch mehrheitlich Swiss drin sein“, eröffnete Chopard sein Referat. Er stimmte im Nationalrat dafür, dass bei Produkten aus der Industrie mindestens 60% und bei Lebensmittel 80% der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen müssen.

Cleantech-Initiative

In der Frühlingssession behandelt wurde auch die Cleantech-Initiative. Sie hat zum Ziel die Energieeffizienz zu fördern und dass die Schweiz ihre Energiebedarf bis 2030 zu 50% und längerfristig vollständig aus erneuerbaren Energien deckt. Chopard betont, dass die Energiewende machbar sei, denn es sei nicht eine Frage des Könnens, sondern des politischen Willens. Es gehe darum, die vorhandenen Potenziale von erneuerbaren Energien und einheimischer Energien wie Sonne, Wind und Wasser unter Beachtung der vorhandenen Gewässerschutz- und Umweltschutzbestimmungen besser zu nutzen.

Zwängerei bei Ladenöffnungszeiten

Eine Zwängerei laufe bei der Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten, betonte Chopard. So sollen Läden ihre Produkte künftig in der ganzen Schweiz werktags von 6 Uhr bis 20 Uhr anbieten, samstags bis 19 Uhr. Auch die Bestimmungen über die Sonntagsarbeit für Shopping-Center in Tourismusgebieten sollen gelockert werden. Nebenwirkungen wie erhöhte Umweltbelastung, gesundheitliche Schäden bei Arbeitnehmenden und der Fakt, dass der Umsatzfranken nicht steigt, nehmen die Befürworter der 24-h-Konsumgesellschaft, in Kauf. Es sei unglaublich, was da auf dem Buckel der Beschäftigen und des Kleingewerbes durchgezwängt werden soll.

1:12-Initiative

Die Schere in der Schweiz öffnet sich immer mehr, votiert Wermuth. 1% der Bevölkerung besitzt so viel Reinvermögen, wie die restlichen 99%. Und es sei nicht so, dass nach Annahme der 1:12-Iniative CEO’s für ein Trinkgeld arbeiten müssten, wie Ruedi Noser in Bundesbern moniert hatte, denn ausgehend von einem tiefsten Lohn von 4000.- in einer Unternehmung würde die Spitze immer noch 48‘000.- monatlich verdienen. Der Leitsatz für die oberen weniger, dafür für die unteren mehr, solle gelten, betonte Wermuth.

Im Anschluss an die Referate wurde diskutiert und eine feine Gemüsesuppe gegessen.