Musikreisen sind Höhepunkte im Vereinsleben. Sie sind wichtig für die Kameradschaft und es ist klar, dass auf Reisen auch musiziert wird zur Freude der Zuhörer. Die Musikreise bot vielerlei Erlebnisse, von Höhlengängen bis zu beschaulichen Momenten auf der Schifffahrt. Natürlich trug auch das goldige Herbstwetter zum guten Gelingen bei. Die frohgelaunte Schar Musikanten reiste mit Freunden und Fans per Bus ins Val-de-Travers. Die Begehung der Asphaltminen von Travers stand auf dem Programm. Im gigantischen Stollenlabyrinth war es dunkel und kühl - nur 6 Grad - und alle waren heilfroh, nach einer Stunde wieder ins warme Sonnenlicht zu treten. Da kam der Drink der grünen Fee, Absinth verfeinert mit Wasser und Zucker, gerade richtig. Das milchige Getränk machte Appetit auf den in Asphaltverpackung geschmorten Schinken, eine saftig mundende Spezialität der Minenleute. Der Besuch im Val-de-Travers wurde verbunden mit der Degustation von Schaumweinen im renommierten Haus Mauler in Môtiers. Aber dann fuhr der Bus das Areusetal hinunter an den Neuenburgersee und weiter nach Sugiez am Broyekanal, wo Musikanten und Freunde für die Nacht in der gepflegten Anlage des Zivilschutz-Ausbildungszentrums untergebracht waren. An Bord des Schiffes «Romandie», das dem Meisterschwander Urs Siegrist gehört, wurde ein feines Nachtessen serviert. Er selber steuerte das Schiff über den Murtensee und während die Musikanten mit Anhang den Apéro auf dem Oberdeck genossen, sank die Sonne langsam aber stetig dem Mont Vully entgegen. Es herrschte eine zauberhafte Stimmung. Der Sonntag war ganz der Schifffahrt, der Blasmusik und den kulinarischen Genüssen gewidmet. Schon bald nach dem Frühstück an Bord lief das Schiff den Hafen von Murten an. Das wunderschöne, mittelalterliche Zähringerstädtchen lockte für einen Erkundigungsgang. Schnell hatten die Musikanten ihre Instrumente spielbereit und bei der rassigen Blasmusik versammelte sich im Nu viel Volk. Die Musikanten spielten bei der Ausfahrt aus dem Murtener Hafen als auch zwischendurch auf der Fahrt. Man kam sich vor wie auf einem Party-Schiff.

An Bord der «Romandie» liess es sich fein und genüsslich speisen und dabei die Landschaft vorbeiziehen, das war wirklich Vergnügen pur. Interessant bei dieser Schifffahrt ist die Verbindung der drei Seen Murten-, Neuenburger- und Bielersee durch die Kanäle der Broye und der Zihl. Diese künstlich angelegten Wasserwege wurden im Zuge der Juragewässerkorrektion um 1880 erstellt und dienten einst der Entsumpfung des «grossen Mooses». Heute werden sie für die Personenschifffahrt genutzt und bieten interessante Aussichten auf Rebhänge und den Chasseral. Die «MS Romandie» umrundete auf ihrem Kurs die Petersinsel und legte am südlichen Steg für kurze Zeit an. Dann liessen sich Musikanten und Freunde auf gleicher Route zurückbringen zum Ausgangsort, wo der Bus für die Heimfahrt wartete. Es war eine erholsame Schifffahrt auf der «Romandie» in gemütlicher Gesellschaft, wobei man sich erst noch mit Speis und Trank vom aufgestellten Schiffspersonal verwöhnen lassen konnte.